Forscher als Unternehmer

Store-Anything: Lebensgeschichte in Kisten

Für sieben Euro im Monat eine Kiste voller Bücher, Akten oder Spielzeug abholen und lagern lassen – das ist das Angebot von Store-Anything, der Ausgründung der ehemaligen Berliner Betriebswirtschaftsstudenten Jörg Schwarzrock und Anton Marintsev.

„Wir sind ein Lager mit Bring- und Abholservice“, erklärt Jörg Schwarzrock. „Wir lagern Dinge, die Menschen zu Hause gerade nicht brauchen, und bringen sie bei Bedarf zu einer beliebigen Uhrzeit wieder zurück.“

Jörg Schwarzrock kam während seines Auslandssemesters in den USA auf die Idee für die Neugründung. „Ich hatte das Problem, eine günstige Lagerstätte für meine Sachen in Berlin zu finden“, erklärt der ehemalige Student. „In den USA habe ich dann gesehen, wie weit entwickelt der Lagerungsmarkt dort schon ist. Für die Leute ist es normal, ihre Sachen in Selfstorage Center zu bringen. Auch in London, wo Menschen im Vergleich zu Berlin mit der Hälfte an Wohnfläche auskommen, sind die Lagerungsstätten beliebt.“

2014 gründeten die beiden Studenten dann zusammen Store-Anything. Büroräume und professionelle Beratung erhielten sie durch die Gründungsförderung profund der Freien Universität Berlin (FU). Finanzieren tun sie sich jedoch auch heute noch aus Eigenmitteln.

Die Lieferung der Kisten übernehmen die Gründer persönlich, dabei kam es bereits einige Male zu überraschenden Begegnungen. „Ich erinnere mich noch genau an einen älteren Kunden, der Bücher einlagern wollte und uns aus seinem ganzen Leben berichtete“, erzählt Anton Marintsev. „Das Spannende an der Arbeit ist, dass jede Kiste die Lebensgeschichte eines Menschen wahrt.“ Für die Zukunft haben die beiden ein genaues Ziel: „Wir wollen Marktführer in Berlin werden.“