Brand

Flammen in Prenzlauer Berg

Ein brennender Wellnessklub im Winskiez löst einen schwierigen Feuerwehreinsatz aus

Es war beißender Brandgeruch, der die Bewohner des fünfstöckigen Mietshauses an der Winsstraße am frühen Freitagmorgen aus dem Schlaf weckte. Um 4.43 Uhr ging dann der erste Alarmruf bei der Feuerwehr ein. Wenige Minuten später erreichten die Rettungskräfte das Haus in Prenzlauer Berg. Die Brandursache stand schnell fest: Zwei Wäschetrockner hatten aus noch ungeklärter Ursache Feuer gefangen.

Die Geräte standen im Wäscheraum eines Sauna- und Wellnessklubs, der in einem Anbau und im Erdgeschoss des Wohnhauses untergebracht ist. Rasch griffen die Flammen auf weitere Räume des Wellnessklubs über. Nach Feuerwehrangaben breitete sich der Brand auf einer Fläche von insgesamt rund 200 Quadratmetern aus. Durch die Abluftschächte der Wäschetrockner fraßen sich die Flammen außerdem in die darüber liegende Zwischendecke, dort entzündeten sie Dämmmaterial und Dampfsperren. Es entstand ein dichter, erstickender Rauch, der sich bis unter das Dach des Wohnhauses breitmachte. Wegen der starken Qualmentwicklung musste das Gebäude komplett evakuiert werden. Insgesamt neun Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen, vier davon mithilfe der Feuerwehr unter Fluchthauben, die sie vor dem Rauch und den Gasen schützten. Verletzt wurde dabei jedoch niemand.

Löscharbeiten sehr kompliziert

Die Feuerwehr war zunächst mit 40 Einsatzkräften vor Ort. Die Löschmaßnahmen seien kompliziert gewesen, weil sich das Feuer unter die abgehängte Decke und in den Zwischendecken ausgebreitet habe, sagte Feuerwehrsprecher Sven Gerling. „Das bedeutet, man konnte die Flammen und Glutnester nicht sehen, sondern musste sie finden – und dafür musste Stück für Stück die Decke aufgebrochen werden“, so Gerling am Nachmittag.

Die Löscharbeiten wurden zusätzlich erschwert: Ein Teil der Decke der über dem Wellnessklub liegenden Wohnung stürzte ein. Gegen 9.50 Uhr hörten die Rettungsleute die krachenden Geräusche, eine Rauchwolke stieg auf. Die Feuerwehrmänner befürchteten zunächst, eine ganze Einsatzgruppe sei unter den Trümmern begraben worden und forderten 50 zusätzliche Kräfte als Verstärkung an. Doch diese konnten schnell zurückgerufen werden: Zwei Feuerwehrmänner befanden sich zum Zeitpunkt des Einsturzes in dem betroffenen Raum. Einer blieb gänzlich unverletzt, ein anderer wurde lediglich zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht.

Einsatz dauerte bis 17 Uhr

Gegen 10 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Die Feuerwehr suchte um 16.30 Uhr ein letztes Mal nach Glutnestern. Nachdem keine weiteren Glutstellen mehr entdeckt wurden, konnte der Einsatz um 17 Uhr schließlich beendet werden. Ein Statiker überprüfte das Gebäude ebenfalls, die Ergebnisse dieser Untersuchung lagen bis Freitagabend noch nicht vor. Die Wohnung über dem Wellnessklub bleibt aber für die nächste Zeit unbewohnbar. „Da gibt es keinen Fußboden mehr und man kann die Balken sehen“, so Gerling.

Die Winsstraße blieb zwischen 9 und 14 Uhr zwischen der Marienburger Straße und der Heinrich-Roller-Straße gesperrt. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes hat die Ermittlung übernommen.

Weniger als 24 Stunden vor dem Brand in Prenzlauer Berg hatte die Feuerwehr in Marzahn einen größeren Einsatz: Am Donnerstagabend war in einem elfgeschossigen Wohnhaus an der Märkischen Allee im Keller ein Feuer ausgebrochen. Bewohner hatten die Flammen bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Drei Menschen wurden mit Rauchgasvergiftungen ambulant in einem Krankenhaus behandelt. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben eines Polizeisprechers wird auch wegen vorsätzlicher Brandstiftung ermittelt.