Bildung

Grundschulen: Kein Geld für Schaffung neuer Leitungsstellen

An den Grund- und Oberschulen der Stadt fehlen derzeit 136 Schulleiter und stellvertretende Schulleiter.

Der in der Vereinigung der Berliner Schulleiter für Grundschulen zuständige Carsten Paeprer forderte die Verwaltung deshalb auf, endlich zu handeln. Es könne nicht sein, dass ein Lehrer für zwei Fächer mehr verdient als der Konrektor einer Grundschule. Werner Munk, Schulleiter der Reinhardswald-Grundschule in Kreuzberg, kann das bestätigen. „Die Leitungspositionen haben mit viel Arbeit, viel Verantwortung und auch mit persönlichem Risiko zu tun“, sagte er der Berliner Morgenpost. Wegen der schlechten Bezahlung und der mangelnden Unterstützung seien immer weniger Leute bereit, diese Arbeit zu machen. Hinzu käme, dass Schulleiter an Oberschulen deutlich mehr verdienen, als die von Grundschulen.

Äußerst problematisch sei zudem, dass kommissarisch eingesetzte Konrektoren keine Zulage bekämen. Besetzungsverfahren würden verschleppt. „Das lässt sich fast schon als Sparmaßnahme beschreiben“, sagte Munk. Grünen-Schulexpertin Stefanie Remlinger kritisierte überdies, dass die Bildungsverwaltung an Grundschulen keine zusätzlichen Leitungsstellen einrichten will. Im Koalitionsvertrag sei das aber vorgesehen. An Oberschulen würden die Schulleitungen hingegen von Koordinatoren, Fachbereichsleitern und Fachleitern unterstützt.

Entlastung für die Schulleitung

Das sei ungerecht. Remlinger forderte: „Die Grundschulen sollen analog zu den weiterführenden Schulen auch Funktionen auf Zeit oder Funktionsstellen vergeben können.“ Hilfreich sei zum Beispiel die Einrichtung einer Leitungsstelle für die Schulanfangsphase. Die Organisation der ersten beiden Schuljahre sei sehr aufwendig und koste viel Zeit. Hinzu kämen steigende Schülerzahlen. Ein Verantwortlicher für diesen Bereich würde die Schulleitung sehr entlasten, sagte Remlinger.

Beate Stoffers, Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), sagte der Berliner Morgenpost, dass die regionalen Schulaufsichten bestrebt sind, die Stellenbesetzungsverfahren so schnell wie möglich durchzuführen. „Längere Verfahrenszeiten entstehen jedoch dann, wenn noch dienstliche Beurteilungen von den Schulleitern gefertigt werden müssen.“ Im Schuljahr 2012/13 seien die Konrektoren in Grundschulen und Förderschulen mit Stundenermäßigungen entlastet worden. Für die Schaffung weiterer Leitungsstellen an Grundschulen sei im aktuellen Doppelhaushalt kein Geld vorhanden. In den anlaufenden Haushaltsberatungen würde diese Frage aber eine Rolle spielen.