Stadtplanung

Müller gibt Bebauung am Tempelhofer Feld nicht für alle Zeit auf

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) verabschiedet sich nicht vollends von einer Randbebauung des Tempelhofer Feldes.

„Ich vermute, irgendwann in der nächsten oder übernächsten Legislaturperiode wird das Thema wieder aufgegriffen“, sagte Müller im Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Vielleicht sei dann auch eine Entwicklung im kleineren Rahmen möglich, fügte der SPD-Politiker hinzu. Die Berliner Legislaturperiode endet im Herbst kommenden Jahres.

Der Senat wollte das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof an den Rändern mit 4700 Wohnungen, einer Schule, Kitas, Gewerbeflächen und der neuen Zentral- und Landesbibliothek bebauen. Etwa 230 Hektar in der Mitte des Feldes sollten frei bleiben. Bei einem Volksentscheid im Mai 2014 wurden diese Pläne von den Berlinern mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Bereits vor der Volksabstimmung hatte Müller mehrfach betont, dass sich der Senat zwar an das Ergebnis des Entscheids halten werde, er aber nicht für zukünftige Landesregierungen sprechen könne. Etliche SPD-Politiker sind überzeugt, dass angesichts des Wohnungsmangels in Berlin ein Volksentscheid in einigen Jahren anders ausfallen könnte – vor allem dann, wenn es zuvor eine bessere Bürgerbeteiligung gebe.

Müller sagte im „Focus“, er sei enttäuscht, „wie wenig konkrete Vorschläge aus der Bürgerschaft es jetzt für eine weitere Nutzung“ gebe. „Einfach gar nichts machen geht nicht, auch ein Park braucht eine Perspektive.“