35. Berliner Halbmarathon

Im zweiten Anlauf will Cheroben diesmal den Sieg

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Sebastian Arlt

Vor einem Jahr fehlten dem Kenianer wenige Zentimeter

Abraham Cheroben ist kein Mann der großen Worte. Der kenianische Weltklasseläufer gibt seine Antworten am liebsten auf der Straße. Aber eines stellte er gleich einmal klar: „Diesmal will ich gewinnen.“ Ein Sieg im zweiten Anlauf beim Berliner Halbmarathon ist sein Ziel, nachdem dem 22-Jährigen vor einem Jahr nur ein paar Zentimeter zum großen Erfolg gefehlt hatten. Damals hatten sich Cheroben und sein fünf Jahre älterer Landsmann Leonard Komon gegenseitig zu Höchstleistungen angetrieben – am Ende lag der Ältere aber hauchdünn vorn.

Vielleicht hätte Cheroben bereits 2014 gewonnen, mutmaßte Renndirektor Mark Milde bei der Vorstellung der Spitzenläufer, die am Sonntag auf die 21,0975 Kilometer lange Strecke gehen. Denn Komon war nicht nur der Ältere, sondern auch Chef der gemeinsamen Trainingsgruppe in der Heimat. Da sehe es die „Hackordnung“ (Milde) schon mal vor, dass der Jüngere zurücksteht.

Diesmal wird es für Cheroben in dieser Hinsicht keine Überlegungen geben. „Vom Start weg will ich Tempo machen“, versprach er. Berlin ist für ihn ein gutes Pflaster. 2014 gewann er ein paar Wochen nach Rang zwei beim Halbmarathon auch den 25-Kilometer-Lauf. Daher ist der junge Mann nun Favorit, auch wenn er in seinem Landsmann Kenneth Kipkemoi, 30, starke Konkurrenz hat. Im Vorjahr waren Cheroben (58:48 Minuten) und Kipkemoi (59:01) die beiden Schnellsten in der Welt über die Halbmarathon-Distanz.

Mit starken Zeiten überrascht

Keine Siegchancen haben zwei dennoch sehr interessante deutsche Läufer. Da ist zum einen Arne Gabius, der EM-Zweite 2012 über 5000 Meter. Er ist vor einem Jahr von der Bahn auf die Straße gewechselt und überraschte mit starken Zeiten beim Halbmarathon und bei seinem ersten Marathon im Herbst 2014 in Frankfurt. Gabius kam in 2:09:32 Stunden ins Ziel, schneller war ein deutscher Läufer zuletzt 1990. Steffen Uliczka, sechsmal Deutscher Meister über 3000 Meter Hindernis, setzt jetzt ebenfalls auf Straßenläufe und absolviert in Berlin seinen ersten Halbmarathon. Am 26. April hat er sogar noch Größeres vor und geht beim Hamburg-Marathon an den Start. Das Spitzenfeld der Frauen, das gibt auch Milde zu, ist in diesem Jahr nicht so stark. Favoritin ist die Schwedin Isabellah Andersson. Ausnahmsweise keine Kenianerin? Keine Sorge, die 34-Jährige ist gebürtige Kenianerin und hat 2009 ihren Trainer Lars Andersson geheiratet.