Berlin-Trend

Berliner für staatlich geprüfte Islamlehrer

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Auch einen Staatsvertrag mit den Muslimen fänden die Bürger gut

Der Senat kann mit seinem politischen Kurs gegenüber dem Islam und den muslimischen Gemeinschaften in Berlin auf die Unterstützung der Bürger bauen. Sowohl der Plan für die Ausbildung von islamischen Theologen an Berliner Universitäten als auch die Überlegungen für einen Staatsvertrag mit muslimischen Organisationen werden von einer deutlichen Mehrheit gutgeheißen.

Die Verhältnisse vor allem zu muslimischen Berlinern zu verbessern, scheint den Bürgern auch dringend nötig. Denn eine Mehrheit hält muslimische Zuwanderer für nicht gut integriert.

Im Berlin Trend der Berliner Morgenpost und der RBB-„Abendschau“ gaben nur 37 Prozent der Befragten an, muslimische Migranten für gut oder sehr gut integriert zu halten. 54 Prozent sehen den Stand der Integration eher negativ. Die Einschätzung zieht sich durch alle Bevölkerungsgruppen. Ausreißer nach oben sind nur die jungen Menschen unter 29 Jahren, die Muslime zu 44 Prozent für eher gut integriert halten, und die Wähler der Grünen, die zu 53 Prozent die Eingliederung in die Gesellschaft für gelungen erachten. Ein deutlich negativeres Bild als der Rest der Bevölkerung haben die Anhänger der AfD, von denen vier Fünftel die Muslime für schlecht integriert halten.

Die Menschen haben auch eine klare Präferenz für eine staatliche Ausbildung von muslimischen Religionslehrern, um größeren Einfluss auf die Inhalte des Islamunterrichts an öffentlichen Schulen zu erhalten. Bisher organisiert die Islamische Föderation diese Kurse an den Berliner Grundschulen.

71 Prozent der 1001 wahlberechtigten Berliner, die Infratest dimap zwischen dem 20. und 24. März telefonisch befragte, sind für staatliche Ausbildung von Islamlehrern, die an einer Berliner Universität erfolgen müsste. Ein entsprechender Lehrstuhl wird von der Wissenschaftsverwaltung geplant. 19 Prozent sind gegen ein solches Modell. Fünf Prozent gaben an, gegen jeglichen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen zu sein, wobei dieser Anteil im Ostteil der Stadt fast doppelt so hoch liegt.

Mit der Initiative für einen Lehrstuhl für islamische Theologie, der Pädagogen auf ihren Dienst vorbereitet, können sich die Bürger quer durch alle politischen Präferenzen mit großer Mehrheit anfreunden. Auch AfD-Sympathisanten finden es zu 80 Prozent gut, wenn der Staat Islamlehrer ausbilde.

Ebenfalls positiv sehen die Menschen die Überlegungen, für das Verhältnis des Staates zu den muslimischen Gemeinschaften und Moscheegemeinden in der Stadt eine neue rechtliche Grundlage zu schaffen und die Muslime somit den christlichen Kirchen gleichzustellen. Für 58 Prozent geht der Vorschlag eines Staatsvertrages mit den Muslimen in die richtige Richtung. 33 Prozent sehen das anders. Nur unter den über 60-Jährigen schafft die Idee keine absolute Mehrheit. In dieser Altersgruppe sind 47 Prozent dafür, 42 dagegen. Im Lager der Linken und der Grünen sind fast vier Fünftel für diesen Weg, AfD-Anhänger lehnen einen Staatsvertrag ebenso vehement ab. Von den Koalitionsparteien bekommt die SPD mit 62 Prozent Unterstützung und 34 Prozent Ablehnung im eigenen Lager mehr Unterstützung als die CDU. Ihre Anhänger sehen den Weg zu 54 Prozent positiv, 41 Prozent halten nichts von einem Staatsvertrag.

( jof )