Kleine Entdeckungen

Der Entenbrunnen in Charlottenburg

Es gibt sie – auch mitten im Häusermeer der hektischen Großstadt: sympathische Orte der Harmonie und Kontemplation.

Der Entenbrunnen vor dem Renaissance-Theater zwischen Hardenberg- und Knesebeckstraße ist so einer. 1911 vom damals bekanntesten Berliner Tier-Skulpteur August Gaul, einem Meisterschüler des Bildhauers Reinhold Begas erschaffen, war die steinerne Anlage mit dem 2 mal 1,50 Meter kleinen Muschelkalkbecken und dem über einem Meter hohen Pilz in der Mitte ein Geschenk des jüdischen Fabrikanten und Charlottenburger Stadtrates Max Cassirer an die Stadt. Schon bald wurde das an beiden Schmalseiten mit je drei bronzenen Enten verzierte Ensemble nur noch liebevoll „Streichelbrunnen“ genannt. Hatten ihn doch die Berliner Kinder begeistert ins Herz geschlossen. Auch heute, mehr als 100 Jahre später, hat diese kleine magische Insel – ein stummer, von Krieg und Zerstörung verschonter Zeitzeuge – nichts von ihrer Beliebtheit eingebüßt, wie eben alle öffentlichen Tierskulpturen den Künstlers.