Reparatur

Klinikum Steglitz: 60 Millionen Euro für die Fassade

| Lesedauer: 2 Minuten
Joachim Fahrun

Betonkonstruktion muss saniert werden. Sie ist denkmalgeschützt

Die Sanierung der Fassade des zur Charité gehörenden Universitätsklinikums Benjamin Franklin (UKBF) in Steglitz würde 60 Millionen Euro kosten. Diese Summe nannte jetzt der Bauexperte der Charité, Christian Kilz. Damit wäre die Reparatur der hauptsächlich ästhetischen Zwecken dienenden Betonkonstruktion aus den 60er-Jahren fast so teuer wie sämtliche anderen dringenden Reparaturen und Modernisierungen, die Kilz für das 1969 eröffnete Klinikgebäude am Hindenburgdamm für notwendig hält.

Insgesamt beziffert die Charité an ihren vier Standorten den dringenden Sanierungsbedarf auch nach der laufenden Modernisierung des Bettenhauses in Mitte auf 600 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte davon entfallen auf den Campus Virchow in Wedding. Damit seien noch keine Schönheitsreparaturen ermöglicht, sagte Charité-Chef Karl Max Einhäupl beim Besuch der Fraktionschefs von SPD und CDU, Raed Saleh und Florian Graf. Für das Haus in Steglitz rechnet Kilz mit 142 Millionen Euro inklusive der Fassadensanierung. Das Gitter aus spitzen Betonelementen, das die Fassade des UKBF umgibt, wird eher als hässlich empfunden. Die Struktur mildert den Sonneneinfall, hat aber sonst keine Funktion. Die Zacken sind zum Teil porös, sie drohen herabzustürzen. „Wir haben schon viele abgeschlagen“, sagte Kilz. Statt der gezackten Strukturen stehen oft nur noch geriffelte Betonsäulen vor den Fenstern.

Bisher sehen die Bauleute der Charité keine Möglichkeit, um die Sanierung der Fassade herumzukommen. Denn vor zwei Jahren stellte der Landeskonservator sehr zum Ärger der Charité die Fassade unter Denkmalschutz. Kilz geht nicht davon aus, dass es ihm erlaubt wird, nur einen Teil der Betonelemente wieder herzustellen und den Rest der Fassade abzureißen. Bisher läuft im Klinikum Steglitz die insgesamt 19 Millionen Euro teure Sanierung der zehn Operationssäle. Kürzlich wurde die neue Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie eröffnet, die aus Westend nach Steglitz verlagert worden war. Das Geld für die Fassade ist aber noch nicht da. Aus dem für Investitionen vorgesehenen Jahresüberschuss von 2014 wird das Haus im Berliner Südwesten bedacht. 2,5 Millionen Euro gibt es für einen neuen Hubschrauberlandeplatz. Die veraltete Starkstromversorgung wird für 13 Millionen Euro erneuert. Und für vier Millionen werden Hochschulambulanzen saniert, die noch so aussehen wie 1969.