Gesundheit

Täglich zehn neue Masernfälle in Berlin

Die Masernwelle in Berlin nimmt kein Ende und bereitet Virologen zunehmend Sorgen.

„Es ist beängstigend, wie lange der Ausbruch auf diesem hohen Niveau anhält“, sagte Hartmut Hengel, wissenschaftlicher Beirat aus Freiburg, der Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Masern am Berliner Robert Koch-Institut ist, am Montag. Wie die Senatsverwaltung für Gesundheit auf Nachfrage bestätigte, wurden in der Hauptstadt seit Oktober vergangenen Jahres 866 Fälle von Masern registriert, allein 745 Erkrankungen gab es in diesem Jahr. „In Berlin kommen täglich im Schnitt zehn neue Fälle hinzu“, sagte Constance Frey. Wie die Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit mitteilte, musste knapp ein Viertel aller Erkrankten, insgesamt 211 Patienten, wegen der Infektion in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Im Februar kam es sogar zu einem Todesfall: Wie berichtet, war ein Kleinkind an den Folgen der Infektion gestorben. Angesichts der Entwicklung hatte der Berliner Impfbeirat bereits vergangene Woche seinen Aufruf zur Impfung verschärft. Das Gremium unter Vorsitz der Gesundheitsverwaltung rief vor allem dazu auf, Babys und Kleinkinder impfen zu lassen. Auch Eltern oder anderen Bezugspersonen von Babys wird die Immunisierung empfohlen.

Deutschland müsse aus dem aktuellen Ausbruch Lehren ziehen und die Impflücken bundesweit in allen Bevölkerungs- und Altersschichten schließen, fordert auch Virologe Hengel. Die Hauptgründe für den starken und langen Ausbruch sieht der Experte neben Unwissenheit in der Bevölkerung und in großen Impflücken bei jüngeren Erwachsenen.

( sg/dpa )