ITB

Schönheiten der Mongolei

Das Partnerland der Internationalen Tourismusbörse wirbt mit Touren und vielen Naturschätzen

In der Kamelkarawane zu den Gletschern im Westen der Mongolei wandern, auf meterhohen Sanddünen in der Wüste Gobi herumklettern oder auf dem Rücken eines Pferdes die Weiten des Landes erobern: Die Mongolei, das offizielle Partnerland der diesjährigen Internationalen Tourismusbörse (ITB), hat viel zu bieten. Das weiß auch Cornelia Seifert, 67, deren Sohn erst im vergangenen Jahr das Land bereiste. „Es hat ihm so gut gefallen, dass mein Mann und ich jetzt auch überlegen, dort drei Wochen Urlaub zu machen“, sagt die Berlinerin. Nicht organisiert, sondern wie der Sohn auf eigene Faust.

Begeistert von den Möglichkeiten, die die Mongolei bietet, ist auch ein Ehepaar aus dem Sauerland. Seinen Namen möchte es zwar nicht in der Zeitung lesen, aber von den Urlaubsplänen für den kommenden Sommer berichtet es gern. Beide sind extra nach Berlin gekommen, um sich von Tsolmon Baasai beraten zu lassen, der Messebesuchern am großen Mongolei-Stand in der Halle 26 Tipps für sein Land gibt und auch organisierte Reisen zusammenstellt.

Nationalfest mit Pferderennen

Schon immer hätten sie gern auf materiellen Luxus zu Hause verzichtet und stattdessen die Welt bereist. „Die Mongolei wird unser 110. Land sein, das wir im Sommer besuchen“, berichten die 60-Jährige und ihr 62 Jahre alter Mann. Ausschlaggebend sei gewesen, dass die Menschen in der Mongolei noch sehr ursprünglich lebten. Das Ehepaar aus dem Kreis Olpe im Sauerland weiß bereits ziemlich genau, was es im Urlaub, für das es pro Person rund 3500 Euro inklusive des Flugs kalkulieren, alles sehen will. Naadam, das Nationalfest der Mongolen, das am 10. Juli beginnt, wollen sie auf keinen Fall verpassen. Bei der Sportveranstaltung messen sich die Mongolen im Ringkampf, Bogenschießen und im Pferderennen.

Die Mongolei will den Tourismus weiter ausbauen. Sind es im Moment erst rund 800.000 Gäste jährlich, sollen es 2020 zwei Millionen Touristen sein, die sich die Schönheiten des Landes anschauen. Um die Reisemöglichkeiten zu verbessern, investiert die Mongolei in einen neuen Flughafen in der Nähe der Hauptstadt Ulaanbaatar (Ulan Bator).

Außerdem wird die mongolische Regierung nach eigenen Angaben rund 230 Millionen Euro für 15 neue Züge für die transsibirische Eisenbahn bereitstellen. Internationale Direktflüge nach Ulaanbaatar gibt es bereits von Berlin, Frankfurt, Paris, Moskau, Istanbul, Tokio, Osaka, Peking, Seoul, Singapur, Hongkong und Bangkok. Gerade einmal sieben Flugstunden von Berlin entfernt liegt das Land, das viermal so groß wie Deutschland ist, in dem aber mit rund drei Millionen Menschen – und es soll genauso viele Pferde geben – viel weniger Bewohner leben als in Berlin. Fast 1,2 Millionen Mongolen wohnen in der Hauptstadt Ulaanbaatar.

In Halle an der Saale studiert

Auch Tsolmon Baasai lebt dort, wenn er nicht gerade in Berlin auf der weltgrößten Reisemesse die Besucher über sein Land informiert. Sogar auf Deutsch. Denn der 41-Jährige hat in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) Agrarwissenschaften studiert. Aus der Geschichte weiß er, dass sein Land, einst Volksrepublik, heute parlamentarische Demokratie, schon lange diplomatische Beziehungen mit Deutschland pflegt. „Vergangenes Jahr haben wir 40 Jahre gefeiert. Es gab besondere Beziehungen zur DDR, weshalb viele Mongolen auch in Dresden, Leipzig, Berlin studiert haben“, weiß Baasai, der als Reiseveranstalter für die Firma Tour Mongolia tätig ist. Seine Schwester habe beispielsweise Medizin studiert.

Unendliche Weiten, kulturelle Schätze und das Leben der Nomaden – rund ein Drittel der Mongolen ziehen umher – locken die Besucher ins Land, das Russland und China als Nachbarn hat. Mehr als 50 Prozent der Mongolen sind buddhistischen Glaubens, fast 40 Prozent sind nicht religiös, je drei Prozent sind Christen und Muslime. Auch die zwei Tourismusstudentinnen Séverine Güthhues, 23, und Elwira Singer, 22, können sich vorstellen, die Mongolei zu bereisen. „In der Kultur ist das Land noch sehr naturverbunden“, sagen die Frauen aus Wilhelmshaven. Im Gegensatz zu Europa, wo sich inzwischen alles ziemlich angeglichen habe, gebe es dort noch viel Neues zu entdecken.

Obwohl die zwei Tourismus studieren, sind sie noch nicht viel in der Welt herumgekommen. Sie wollen schnell ihr Studium beenden und informieren sich deshalb auf der ITB über neue Trends der Branche. Das können übrigens auch schon die Jüngsten. In der Halle der Mongolei hat sich auch das Labyrinth-Kindermuseum einen Bereich zum Spielen eingerichtet. „Dort basteln wir Jurten, also die Zelte der Mongolen. Und wir haben auch die dort typischen Spiele kindgerecht umgesetzt“, lädt Kunstpädagogin Eleni Papaioannou Eltern ein, ihre Kinder dort eine Stunde kostenlos zum Spielen abzugeben.