Protest

Olympia-Bürgerforum: Polizei ermittelt wegen Körperverletzung

Das erste Berliner Bürgerforum zu Olympia ist nun ein Fall für die Polizei.

Es werde in zwei Fällen wegen Körperverletzung ermittelt, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Ein Mann habe sich am Donnerstagabend bei einer Rangelei leicht an der Schulter verletzt. Außerdem wurde eine Person vorübergehend festgenommen. Die Festnahme steht im Zusammenhang mit einer Stinkbombe, die während der Veranstaltung gezündet wurde. Daraufhin habe ein Mann den Ort „zügig verlassen“ und wollte vor der Polizei flüchten, berichtete der Sprecher. Um sicherzugehen, dass keine gefährlichen Chemikalien eingesetzt wurden, sei er überprüft worden. Zu dem Forum im E-Werk in Mitte kamen laut Veranstalter etwa 300 Menschen.

Olympiagegner kritisierten am Tag danach erneut die Bewerbung Berlins für die Spiele. „Öffentliche Gelder gehören in die öffentliche Infrastruktur und nicht in eine Olympiabewerbung“, teilte das Bündnis Nolympia mit. Das Bürgerforum sei zudem eine „Pseudo-Beteiligungs-Veranstaltung“ des Berliner Senats gewesen. Die Senatoren hätten bis auf den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), der sich mehr als eine Stunde im E-Werk aufgehalten hatte, durch Abwesenheit geglänzt, hieß es weiter. Das zeige, es gehe nicht um eine Beteiligung. Ähnlich äußerte sich der Naturschutzbund Berlin.

Eine zweite Auflage des Bürgerforums ist nicht geplant. Stattdessen soll es insgesamt sechs Bürgerwerkstätten zu Fachfragen geben. Die erste Veranstaltung dieser Art ist für den 26. Februar vorgesehen. Parallel dazu können die Berliner im Internet über die Olympiapläne des Senats diskutieren. Ende Februar will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in beiden Bewerberstädten Berlin und Hamburg mit einer Umfrage die Stimmung ausloten. Am 21. März entscheidet der DOSB, mit welcher Stadt er für die Olympischen Spiele 2024 oder 2028 antritt.

( dpa )