Planungen

BER: Bis Jahresende sollen alle einen Lärmschutz-Bescheid haben

Bis Jahresende sollen alle Anwohner des neuen Hauptstadtflughafens BER wissen, ob und in welchem Umfang bei ihren Häusern und Wohnungen Vorkehrungen gegen Fluglärm finanziert werden.

Dieses Ziel hat die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) am Mittwoch bekräftigt. „Wir wollen 2015 mit einer verlässlichen Arbeit am Schallschutzprogramm zeigen, dass wir ein guter Nachbar sind“, sagte Flughafenchef Hartmut Mehdorn. Dazu gehöre auch das Abarbeiten aller Schallschutzanträge, die von den Hauseigentümern gestellt werden können. Hintergrund ist das noch immer eher zögerliche Vorankommen bei der Umsetzung des Schutzprogramms. Dies sorgte wiederholt für Kritik etwa durch die brandenburgische Landesregierung.

Nach Angaben der Flughafengesellschaft liegen bislang erst für 19.400 Wohnungen konkrete Anträge auf Schallschutzmaßnahmen vor. Das sind drei Viertel der rund 25.500 Anspruchsberechtigten, die in den sogenannten Schutzgebieten rund um den neuen Großflughafen leben. Das Problem für die Flughafengesellschaft: Ob er einen Lärmschutzantrag stellt oder nicht, entscheidet jeder Hauseigentümer selbst. „Wir können am Ende nur die Anträge bearbeiten, die auch eingereicht werden“, sagte FBB-Sprecher Ralf Kunkel. Rund 11.300 Antragsteller hätten bisher eine sogenannte Anspruchsermittlung erhalten.

Der Flughafen kündigte weitere Informationsveranstaltungen für BER-Anrainer an. Im Vorjahr gab es zehn solcher Info-Termine, vor allem für Anwohner der südlichen Start- und Landebahn am BER. Damit die marode Nordbahn saniert werden kann, werden über die vier Kilometer lange Betonpiste ab 2. Mai erstmals Linienmaschinen regulär starten und landen. Abgefertigt werden die Flugzeuge aber nicht am neuen BER, sondern weiter am alten Terminal in Schönefeld.