Stadtplanung

Lichtenrader Bürger planen ihre Bahnhofstraße neu

Förderprogramm „Aktive Zentren“ bietet große Chancen

Aufgenommen in das Programm „Aktive Zentren“, mit dem schwache Kieze stark gemacht werden sollen, ist das Gebiet mit der Bahnhofstraße in Lichtenrade bereits. Um das, was sich im Lichtenrader Zentrum verändern soll, weiter gemeinsam mit den Anwohnern und Händlern vor Ort zu besprechen, lädt Stadträtin Sibyll Klotz (Grüne) am heutigen Sonnabend zu einer Bürgerkonferenz ein. Von 14 bis 18 Uhr haben Bürger, Händler, Gewerbetreibende, Eigentümer, Bürgerinitiativen, Vereine und andere Interessierte die Gelegenheit, ihre Ideen und Wünsche einzubringen.

Jährlich 2,5 Millionen Euro

Und das könnte sich lohnen. Das Bezirksamt rechnet über einen Zeitraum von acht Jahren jährlich mit etwa 2,5 Millionen Euro Förderung. Mit dieser durchschnittlichen Summe aus dem Städtebauförderungsprogramm von Bund und Land wurden bislang sechs Gebiete wie Turm- und Müllerstraße sowie die City West seit Beginn 2008 unterstützt. Doch als Grundlage dient ein noch zu erarbeitendes „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“, kurz Isek genannt. Das soll jetzt zusammen mit den Bürgern auf den Weg gebracht werden. „Wenn wir wirklich den Umbau der Bahnhofstraße mit Senatsmitteln ab Ende des Jahres in Angriff nehmen wollen, müssen jedoch zwei Voraussetzungen geklärt sein“, sagt Stadträtin Klotz. Der Senat müsse das Konzept, dass der Bezirk mit den Bürgern entwickelt, beschließen. „Da bin ich optimistisch. Aber was noch wichtiger ist: Die leider immer noch gegeneinander arbeitenden Bürgerinitiativen in Lichtenrade müssen endlich an einem Strang ziehen, sonst werden Fördermittel in Millionenhöhe aufs Spiel gesetzt“, sagt Klotz. Die Tunnelfrage mit dem Ausbau der Dresdner Bahn hat Klotz bewusst ausgeklammert. Die Straße brauche die Entwicklung unabhängig davon.

Debatte um Verkehrsfrage

Georg Wagener-Lohse, Vorsitzender des „Bürgerforums Zukunft Lichtenrade e.V.“, rechnet damit, dass die Verkehrsfrage für die Bahnhofstraße auf der Bürgerkonferenz wohl am schärfsten diskutiert werden wird. Mehr Aufenthaltsqualität auf den Bürgersteigen und mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer seien das Ziel, das auch schon im Leitbild für Lichtenrade erarbeitet worden sei. In vier Standortkonferenzen, zu denen das Bezirksamt eingeladen hatte, waren die Leitplanken für eine zukunftsweisende positive Veränderung der Bahnhofstraße erarbeitet worden.

Wagener-Lohse und die Mitglieder des Bürgerforums schlagen vor, dass sich künftig alle Verkehrsteilnehmer auf der Bahnhofstraße „gleichberechtigt und so sicher wie möglich bewegen können“. Es fehlten mehr Überwege. Zudem sollte die Bahnhofstraße komplett als Tempo-30-Zone ausgewiesen werden. Es gebe genügend Parkflächen, und wenn alle mitmachten, gebe es sicherlich bessere Lösungen.

Stadtentwicklungsstadträtin Klotz sieht die Zukunft von Lichtenrade mit fast 50.000 Einwohnern auch durch die Nähe zum neuen Flughafen als besonders aussichtsreich. Die Bürgerkonferenz findet im Ulrich-von-Hutten-Gymnasium an der Rehagener Straße 35 statt.