Altlasten

Schutthügel im Tierpark wohl ungefährlich

Bausenator gibt nach einer ersten Schadstoffuntersuchung Entwarnung

Die Oberfläche verrät wenig. Zwar sind die Hügel aus illegal deponiertem Abfall auf dem Gelände des Tierparks erschreckend groß. Aber wie giftig die Stoffe darin wirklich sind, muss mühevoll untersucht werden. So ist die Botschaft, die Bausenator Andreas Geisel (SPD) nun verkündet hat, nur ein Zwischenstand – aber einer, der optimistisch stimmt. Gefunden wurden bisher nur Schadstoffe der Klassen Z1 und Z2. Und die lassen laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen weiteren Betrieb ohne sofortige Räumung zu. Die nämlich würden den Tierpark rund 2,4 Millionen Euro kosten und damit seine ohnehin angeschlagene Finanzkraft weit übersteigen.

„Wenn es sich weiter so verhält, dass von der Deponie keine Gefahr für Mensch und Tier ausgeht, dann kann der Tierpark das Gelände in seinen Entwicklungsplan einbinden“, sagte Senator Andreas Geisel der Berliner Morgenpost am Sonnabend. Die wichtige Ergänzung lautet: Große Teile der Hügel sind noch nicht untersucht. Und bisher waren die Vermutungen eher düster. Vieles deutete darauf hin, dass hochgiftige Baustoffe entsorgt wurden.

Diese mögliche Wende im Müllskandal verkündete der Senator nach Informationen der Morgenpost bereits am 23. Dezember in seinem Büro. Dort sagte er einer Gruppe um Tierparkchef Andreas Knieriem, dass die Chancen gut stünden, dass der Tierpark keine Anordnung zur Räumung erhält. Der Senat bezahlt dem Umweltamt des Bezirks Lichtenberg die Prüfung der Schuttberge. Ende Februar soll der Bericht vorliegen. Tierparkchef Knieriem muss seinerseits bis März einen Plan vorlegen, wie der Berg im Rahmen einer Erneuerung des Tierparks beseitigt werden kann.

Sollte das Umweltamt tatsächlich zu dem Ergebnis kommen, dass der Hügel ungefährlich ist, dürfte die Zukunft des Tierparks gesichert sein: Dann würde nach Senatsplänen in den kommenden 15 Jahren ein zwei- bis dreistelliger Millionenbetrag in eine Neugestaltung des Tierparks fließen. Denkbar ist auch, dass derzeit ungenutzte Flächen – etwa ein Drittel des riesigen Areals in Lichtenberg – mittelfristig für Wohnungsbau verkauft werden. Derzeit muss das Land den Betrieb jährlich mit einer Million Euro bezuschussen.

Die ausgestreckte Hand des neuen Finanzsenators und ehemaligen Lichtenberger Bürgermeisters Andreas Geisel bedeutet nicht das Ende der juristischen Aufarbeitung. Ermittlungen gegen eine Baufirma sowie den vorherigen Tierparkchef dauern an. Wie die illegal deponierten Stoffe auf das Gelände kamen, ist weiter unklar.