Personaldebatte

Aufsichtsratschef für Flughafengesellschaft soll kein Politiker sein

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) wird künftig nicht mehr von einem Politiker geleitet.

Darauf haben sich nach Informationen der Berliner Morgenpost der designierte Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geeinigt. Dem Vernehmen nach suchen die beiden Spitzenpolitiker bereits seit Tagen nach einem geeigneten Fachmann von außerhalb. „Es gibt da eine sehr intensive Gesprächsdiplomatie“, sagte ein Flughafen-Insider.

Mit dem für den 11. Dezember angekündigten Rücktritt von Klaus Wowereit (SPD) als Regierender Bürgermeister wird auch der Führungsposten in dem noch von ihm geführten Flughafen-Aufsichtsrat frei. Stadtentwicklungssenator Müller hatte bereits angekündigt, nach seiner Wahl zum Regierenden Bürgermeister für Wowereit in das Kontrollgremium nachzurücken, jedoch nicht den Vorsitz zu übernehmen.

Brandenburgs Landesregierung, die das Vorschlagsrecht für die Besetzung des Amtes hat, will Medienberichten zufolge überhaupt nicht mehr mit Spitzenpolitikern im Aufsichtsrat vertreten sein. Stattdessen sollen Beamte wie der Staatssekretär Rainer Bretschneider die Interessen des Landes wahrnehmen. Die stellvertretende Regierungssprecherin Gerlinde Krahnert erwiderte allerdings: „Der Meinungsbildungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Das Kabinett wird sich am Dienstag mit der Thematik befassen.“

Der Bund als dritter Eigentümer der Flughafengesellschaft entsendet seit jeher Staatssekretäre in den Aufsichtsrat. Der Flughafen-Aufsichtsrat kommt am 12. Dezember zu seiner nächsten Sitzung zusammen.