Contra

Kein „Weiter so“

Jens Anker über eine Verwaltung, die nur Stellen fordert

Der Ruf nach mehr Personal ist eine altbewährte Forderung der Verwaltungen auf der ganzen Welt. Gibt es irgendwo Probleme, dann müssen mehr Leute her, die das Problem lösen. Diese Logik der Bürokratie kann unendlich fortgeführt werden. Aber ist sie auch zeitgemäß? Nein. Sinnvoller wäre es, sich auf drei Fragen zu konzentrieren: Welche Aufgaben muss das Bezirksamt erfüllen, welche soll es erfüllen und wie kann das am effektivsten erledigt werden? Daraus ergibt sich ein realistischer Personalschlüssel.

Den derzeitigen Einsparforderungen liegt zudem eine plausible Fragestellung zugrunde: Warum benötigt ein Bezirk sehr viel mehr Personal für eine Dienstleistung als ein anderer? Um gleiche Verhältnisse herzustellen, sollte daher jeder Bezirk für einen bestimmten Dienstauftrag die gleiche Personalausstattung erhalten.

Es ist zudem nicht richtig, wenn beklagt wird, die Bezirke erhielten ständig neue Aufgaben übertragen, ohne dafür entsprechend mehr Mitarbeiter einsetzen zu dürfen. Seit 2011 haben die Bezirke 264 zusätzliche Stellen erhalten, für die Überprüfung von Ferienwohnungen, das Betreuungsgeld oder die Einhaltung der neuen Trinkwasserverordnung. Zudem wird derzeit über eine personelle Soforthilfe für die Bürgerämter verhandelt, um den Service für die Bürger zu verbessern. Auch das bedeutet mehr Personal für die Bezirke.

Bevor also pauschal nach immer mehr Personal gerufen wird, sollten sich alle Beteiligten darüber verständigen, wie das vorhandene Personal sinnvoll und möglichst effektiv seine Aufgaben erfüllen kann. Ein bloßes „Weiter so“ mit einfach mehr Personal wird weder der Stadt noch den Mitarbeitern in den Ämtern gerecht.