Leser fragen – Experten antworten

Die Ratgeber

Verbraucher: Müssen wir der Bank Portogebühren zahlen?

Brigitte P., Pankow: Ich habe bei der Postbank gefragt, warum wir im Quartal 5,91 Euro für unser Depot bezahlen müssen (Depotentgelt, Zinsentgelt und Porto). Wir sind seit 25 Jahren Kunden, das Konto ist immer gedeckt, und dann müssen wir Porto zahlen? Die Antwort: „Alternativ haben Sie die Möglichkeit, ihre Anlagekontoanzeige und Wertpapierabrechnung online über das Menü Service in ihrem Brokerage abzurufen. Ändern Sie einfach die Versandart und bestätigen Sie ihren Auftrag mit gültiger Tan zum Brokerage. Nach der Umstellung entfallen die Portogebühren.“ Eine kostenfreie Depotkontoführung gebe es erst ab einem Wert von 50.000 Euro. Wir sind 80 und 91 Jahre alt, haben keinen Computer und verstehen die Worte nicht. Was sollen wir tun?

Eva Bell: Fast alle Banken bieten ihren Kunden mittlerweile die Möglichkeit, sich Kontoauszüge online, also über das Internet, herunterzuladen oder auf dem Kontoauszugsdrucker in der Bankfiliale auszudrucken. Wer seine Kontoauszüge per Post zugesandt haben möchte, dem stellen viele Banken das Porto in Rechnung. Das dürfen sie auch, hat das Landgericht Frankfurt im April 2011 geurteilt. Danach sind Banken zwar verpflichtet, ihre Kunden kostenlos über ihren Kontostand zu unterrichten. Allerdings dürfen sie das Porto für eine Postzusendung in Rechnung stellen, wenn der Kunde die Möglichkeit hat, seine Kontoauszüge auch online oder über einen Kontoauszugsdrucker zu erhalten. Für Sie konkret bedeutet das: Wenn Sie keinen Computer haben, über den Sie Ihre Kontoauszüge herunterladen können, müssen Sie die Portokosten akzeptieren. Das Gleiche gilt für die Depotkontogebühren, die die Bank in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausweist: Grundsätzlich haben Banken das Recht, Depotgebühren oder auch Kontoführungsgebühren zu erheben. Wenn Ihnen die Gebühren zu hoch erscheinen, sollten Sie erwägen, zu einer anderen Bank zu wechseln.

Familienrecht: Wie sieht die Rechtslage bei Leihmüttern aus?

Ingrid R., Steglitz: Meine Tochter ist 34 Jahre alt, hat bereits drei Kinder und kann nun keine mehr bekommen. Sie und ihr Mann wünschen sich jedoch unbedingt ein weiteres Kind. Sie möchten nun nach Burma reisen und dort einen Vertrag mit einer Leihmutter schließen. Diese soll sich eine mit dem Sperma meines Schwiegersohns befruchtete Eizelle meiner Tochter einsetzen lassen und das Kind als Leihmutter austragen. Kurz vor der Geburt wollen die Beiden dann wieder nach Burma fahren und das Kind noch aus der Geburtsklinik mit nach Deutschland nehmen. Ich habe für ihren Kinderwunsch Verständnis. Dennoch habe ich gegen diesen Plan Vorbehalte, nicht nur moralischer Natur, ich vermute auch, dass das Ganze illegal wäre. Meine größte Befürchtung ist , dass meine Tochter das Baby gar nicht ausgehändigt bekommt oder zurückgeben muss, wenn die Leihmutter es sich plötzlich anders überlegt. Können Sie mir etwas zur aktuellen Rechtslage sagen?

Max Braeuer: An dieser Stelle ist viel zu wenig Platz, um diese komplizierten Fragen zu beantworten. Sie haben aber recht mit Ihren Bedenken. Ihre Tochter sollte sich auf jeden Fall medizinisch und juristisch ausführlich beraten lassen. Auch wenn die Eizelle von Ihrer Tochter stammt, wird sie aus deutscher Sicht nicht Mutter des Kindes sein. Als Mutter gilt unwiderruflich immer die Frau, die das Kind geboren hat, egal woher das befruchtete Ei stammt. Ihre Tochter müsste deshalb das Kind adoptieren, um auch als Mutter zu gelten. Eine solche Adoption ist schwierig. Wenn das Verfahren schon in Burma geführt wird, dann besteht die Gefahr, dass die Adoption in Deutschland nicht anerkannt wird. Sie bekommen dann auch keinen deutschen Pass für das Kind, und das Kind kann nicht nach Deutschland einreisen.

Die Frau, die das Kind in Burma bekommt, kann verheiratet sein. Dann müsste auch ihr Mann an der Adoption mitwirken, oder es müsste erst durch ein Gericht festgestellt werden, dass er nicht der Vater ist. Das kann alles sehr lange dauern und bis dahin müsste Ihre Tochter bei dem Kind in Burma bleiben. Außerdem besteht das Risiko, dass die Frau es sich zwischendurch anders überlegt und das Kind behalten möchte. Nach deutschem Recht könnte sie niemand zwingen, das Kind herauszugeben, auch wenn vorher ein Vertrag geschlossen wurde. Ob das nach dem burmesischen Recht anders aussieht, kann Ihnen nur jemand erklären, der dort rechtliche Erfahrungen hat.

Erbrecht: Wie sollen wir unser Testament gestalten?

Monika T., Neukölln: Wenn wir ein Berliner Testament machen würden und einer stirbt, kann der Hinterbliebene dann ein neues Testament machen? Ich besitze eine selbst bewohnte Eigentumswohnung. Wir haben vor einem Jahr geheiratet und wohnen zurzeit nicht zusammen. Muss die Wohnung verkauft werden, wenn ich ein Pflegefall werde? Was ist, wenn mein Mann später doch zu mir zieht und ich ein Pflegefall werde? Kann man verhindern, dass die Wohnung verkauft werden muss? Müsste ich vorher notariell festlegen, dass er lebenslanges Wohnrecht dort hat?

Max Braeuer: Bei einem Berliner Testament setzen sich die Eheleute gegenseitig zu Erben ein. Sie wissen dabei natürlich nicht, wer von Ihnen zuerst sterben wird. Wer schließlich den anderen überlebt, beerbt ihn. Das Berliner Testament regelt aber auch den zweiten Todesfall unabhängig davon, wer als Zweiter versterben wird. Für diesen zweiten Todesfall wird schon zu Lebzeiten beider eine Person bestimmt, die zumeist den Eheleuten nahe steht. Wenn es niemanden gibt, den Sie beide bedenken wollen, dann ergibt ein Berliner Testament wenig Sinn. Dann kann auch jeder von Ihnen ein eigenes Testament verfassen. Sie können aber natürlich auch ein gemeinschaftliches Testament errichten und darin regeln, dass der Überlebende von Ihnen dieses Testament ändern kann. Dann kann er sogar ein völlig neues Testament errichten.

Ihre Eigentumswohnung kann Ihnen niemand wegnehmen, schon gar nicht, wenn Sie zum Pflegefall werden sollten. Sie meinen aber vermutlich den Fall, dass Ihre Rente und die Pflegeversicherung nicht ausreichen sollten, um Ihre Pflege zu bezahlen. In einem solchen Fall kann die Sozialhilfe den fehlenden Betrag zu den Pflegeaufwendungen zuschießen. Es kann sich dann die Frage stellen, ob die Sozialhilfebehörde auf Ihre Eigentumswohnung zurückgreift. Bevor das geschieht, wird jedoch erst Ihr Mann in Anspruch genommen. Er ist Ihnen gegenüber unterhaltspflichtig. Er muss deshalb mit seinem Einkommen zu Ihren Pflegekosten beitragen. Nur wenn auch das nicht reicht, kommt Sozialhilfe in Betracht. Auch wenn Sie Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen, wird Ihre Eigentumswohnung nicht angetastet, solange Sie darin wohnen. Nur wenn Sie in ein Pflegeheim umgezogen sind und es ausgeschlossen ist, dass Sie in Ihre Wohnung zurückkehren, kann darüber nachgedacht werden. Das ist sehr unwahrscheinlich. Wenn Sie trotzdem sichergehen wollen, können Sie für Ihren Mann ein Wohnrecht in das Grundbuch eintragen lassen. Das Wohnrecht schützt ihn auf Dauer, auch wenn die Wohnung verkauft werden sollte. Sie müssen aber beachten, dass er das Recht auch dann behält, wenn Ihre Ehe auseinandergehen sollte.

Erziehung: Mein Kind verweigert sich seiner Zweitsprache

Wera S., Tempelhof: Mein Kind ist halb chinesisch. Sein Vater, zu dem es eine gute Beziehung hat, lebt in Asien, wir in Berlin. Meine Tochter lernte über Babysitter und Samstagsunterricht von Anfang an Chinesisch. Mit drei Jahren konnte sie chinesische Lieder singen, mit vier begann sie, sich zu weigern, weiter Chinesisch zu sprechen, was sie bis dahin auch noch nicht fließend konnte. Mit 6,5 Jahren war ihre Abneigung so groß, dass ich den Unterricht abgebrochen habe. Mit ihrem Vater haben wir ab und zu geskyped, sie hat sich aber nie getraut, mit ihm zu sprechen, obwohl sie ihn gern sah. Wie kann ich ihr Interesse wieder wecken?

Heidemarie Arnhold: Wenn Ihre Tochter einen regelmäßigen Kontakt und eine gute Beziehung zum Vater hat, sollten Sie sich erst mal keine Sorgen machen. Eine gute Entscheidung ist auch, die Tochter nicht zu zwingen. Denn der Zwang zu einer Zweitsprache, die sie zu Hause und in der Schule nicht spricht, wird die Entwicklung einer Zweisprachigkeit deutlich behindern. Am einfachsten für eine zweisprachige Erziehung ist es, wenn die Mutter in der einen, der Vater in der anderen Sprache mit dem Kind spricht. Oder wenn zu Hause in der einen Sprache und in der Kita oder Schule in der anderen Sprache miteinander gesprochen wird. Eine Sprachtrennung nach Personen und klare Regeln, wo in welcher Sprache miteinander gesprochen wird, fördern eine solide Zweisprachigkeit. Dabei ist das Wichtigste für die Sprachförderung der Kinder das „Miteinander Sprechen“ möglichst oft und in liebevollem Kontakt, sei es einsprachig oder mehrsprachig. Wenn Ihre Tochter allerdings Chinesisch lediglich als Unterrichtsstoff am Samstag erlebt und nicht als gesprochene Sprache in ihrem kindlichen Alltag, dann hat sie keine Möglichkeit, tatsächlich zweisprachig aufzuwachsen. Der Wortschatz im Deutschen, den sie zu Hause oder woanders lernt, erweitert sich genau um die Worte, die sie im Alltag gerade auch benutzt. In der Situation des Unterrichts bleibt die Sprache dagegen ein Lernstoff. Sie nur im Unterricht zu sprechen, schränkt das Sprachenlernen erheblich ein. Wichtige emotionale Zuordnungen von Begriffen mit Personen und Ereignissen sind dann nicht Teil des Spracherwerbs.

Sicherlich geht Ihre Tochter jetzt auch in die 1. Klasse. Dort lernt sie im Deutschen zu lesen und zu schreiben. Sie wird sich daher noch einmal besonders mit der deutschen Sprache identifizieren. Denn es ist die Sprache, in der sie sich mit ihren neuen Freunden unterhält, und die, für die sie Lob und Anerkennung erfährt, wenn sie mitarbeitet. Ihre Tochter will sicherlich zur Gemeinschaft „dazu gehören“, dabei wird ihr das Chinesische wenig helfen. Es ist verständlich, wenn sie das Chinesische zurzeit nicht mehr schätzt. Wenn Ihre Tochter aber einige Grundkenntnisse im Chinesischen hat, ist dies trotzdem nicht verloren. Sie hat eine Beziehung zu ihrer Herkunft entwickeln können. Sie hat erfahren, das Chinesisch von ihrer deutschen Mutter wertgeschätzt und nicht ignoriert wird. Sie kennt den Klang chinesischer Stimmen. Sie hat Lieder gelernt. Dieser Teil ihrer Herkunft wird anerkannt und der Zugang zur Sprache ist gelegt. Lassen Sie Ihrer Tochter Zeit! Überlassen Sie es ihr, wann die Sprache für sie wieder attraktiv ist. Und lassen Sie sie entscheiden, ob, wann und unter welchen Umständen sie wieder mit dem Sprachenlernen weitermacht. Und wenn Sie eine Möglichkeit sehen, den Zugang zum Chinesischen neu zu fördern, nur zu! Aber nur ohne zu drängen.

Miete: Können sich Heizkosten in zwei Jahren verdoppeln?

Georg Tschersich, Lankwitz: Von einem Berliner Wasserpreis von 4,73 Euro pro Kubikmeter können wir nur träumen! Unser Wohnungsvermieter verkauft das Wasser in unserer Wohnanlage mit 166 Mietparteien an uns für 5,76 Euro pro Kubikmeter. Ist es normal, wenn sich die Kosten für Heizung und Wassererwärmung von der Abrechnung Juni 2012 bis zur Abrechnung vom Mai 2014 verdoppeln – trotz milder Winter?

Reiner Wild: Die Heizkosten und die Warmwasserkosten haben seit 2011 eine sehr unterschiedliche Entwicklung genommen. Vom Anfang des Jahres 2011 bis zum Spätherbst 2012 stiegen zumindest die Ölpreise dramatisch an. Der Gaspreisanstieg war moderater. Danach trat eine Preisberuhigung ein, zum Teil sogar mit Senkungen. Eine Verdoppelung der Heiz- und Warmwasserkosten allein aufgrund der Energiepreissteigerung ist aber unwahrscheinlich. Hier muss man letztendlich eine genaue Prüfung der Abrechnungen vornehmen, bei der auch das individuelle Heizverhalten und der Wasserverbrauch einbezogen würde.

Garten: Wie überwintere ich meine Pelargonien?

Ingrid Hengge-Rauchhaus, Mühlenbeck: Wird eine Datura vor der Einwinterung in einem kühlen Raum eingekürzt oder zu Beginn des Frühjahrs? Und wie werden Pelargonien überwintert? Ich nehme sie zurzeit mit feuchtem Erdballen aus dem Balkonkasten, stecke sie in eine Plastiktüte, verschließe diese und bringe sie auf einem kühlen, hellen Dachboden unter. Dabei gibt es aber bis zum Frühjahr immer diverse Ausfälle. Haben Sie einen besseren Rat?

Gabriele Kleuvers: Sicher wird es platzsparender sein, wenn Sie die Seitenäste Ihrer Datura vor dem Einstellen ins Winterquartier leicht zurückschneiden. Der Hauptschnitt erfolgt gegen Ende des Winters im Februar oder März. Dies ist auch der richtige Zeitpunkt, die Pflanze bei Bedarf umzutopfen und mit einer Vorratsdüngung zu versehen. Daturen sind stark zehrende Pflanzen und benötigen nach der Winterruhe ausreichende Düngergaben, damit sie sich schön entwickeln und üppig blühen.

Bei der Überwinterung von Pelargonien hat wohl jeder Pelargonien-Freund seine eigene Strategie. Ihre Variante kenne ich noch nicht, würde sie aber folgendermaßen einschätzen: Pelargonien mögen kühle, nicht unbedingt helle Überwinterungsräume und benötigen während ihrer Winterruhe nicht allzu viel Wasser. Sie schreiben, dass Sie Ihre Pflanzen in einer verschlossenen Plastiktüte aufbewahren und so könnte ich mir vorstellen, dass diese doch recht luftdichte Verpackung dazu führen kann, dass sich im Wurzelballen Fäulnis bildet, besonders dann, wenn die Erde zusätzlich noch recht feucht ist, bevor Wurzeln und Erde in die Tüte wandern. Wegen der dichten Verpackung kann die Feuchtigkeit nicht entweichen und die Durchlüftung des Wurzelballens ist nicht ausreichend.

Wahrscheinlich sind die Pflanzen in einem Topf besser aufgehoben oder Sie belassen sie in Ihrem Balkonkasten und bringen Kasten und Pflanzen gemeinsam ins Quartier. Die Pelargonien vertragen einen relativ starken Rückschnitt und treiben im Frühjahr sicher wieder willig aus, wenn Sie die Pflanzen zu diesem Zeitpunkt aus dem Kasten heben, sie vereinzeln, Wurzeln und weiche Triebe leicht zurückschneiden und sie wie Ihre Datura in frische Erde setzen. Eine Garantie für eine erfolgreiche Überwinterung ist dies sicherlich nicht – die Erfolgsquote dürfte aber höher sein.

Tiere: Sollten wir uns eine zweite Katze anschaffen?

Thorsten B., Kreuzberg: Wir haben eine etwa zwei- bis dreijährige Katze. Sie stammt aus dem Tierheim und lebt seit einem halben Jahr bei uns. Im Tierheim reagierte sie auf andere Katzen entweder offensiv-aggressiv oder mit Rückzug. Die Mitarbeiter vermuten, dass sie als Kitten sehr früh von der Mutter getrennt und dann als Einzeltier gehalten wurde, sie also kein Sozialverhalten gelernt hat. Da sie ja eine noch recht junge Katze ist, überlegen wir, trotzdem eine zweite Katze aufzunehmen. Wir sind aber unsicher, ob wir unserer Katze damit wirklich einen Gefallen tun.

Andreas Ochs: Unsere Hauskatzen stammen ja von den Wildkatzen ab und die sind eigentlich in der Natur einzelgängerisch lebend. Natürlich hat sich dieses Sozialverhalten durch die unterschiedlichen Züchtungsschwerpunkte im Laufe der Zeit etwas verändert, so dass es durchaus auch geselligere Typen unter den Katzencharakteren gibt. Wenn nun aber Ihr Tier bereits, milde ausgedrückt, als nicht wirklich an Artgenossen interessiert beschrieben wurde, ist es auf jeden Fall ein Risiko für Familienfrieden und Psychogesundheit, wenn Sie ein weiteres Tier aufnehmen würden.

Liebe: Mein Mann reagiert aggressiv auf meine Ratschläge

Annette H., Spandau: Der Malerbetrieb meines Mannes läuft nicht mehr gut. Ich finde, er könnte sich mehr engagieren, um das Geschäft wieder in Schwung zu bringen – aber er reagiert regelrecht aggressiv auf meine Vorschläge. Die existenzielle Unsicherheit macht unsere Beziehung kaputt.

Christian Thiel: Ich finde, Sie sollten aufhören, Ihrem Mann zu erzählen, wie er seine Probleme zu lösen hat. Solche Ratschläge werden in der Regel als Kritik aufgefasst, und sie sind von Ihrer Seite aus ja auch ganz klar als Kritik an ihm gedacht. Er geht die Dinge in Ihren Augen falsch an. Stoppen Sie bitte jede Kritik an Ihrem Mann. Sonst geht Ihre Ehe den gleichen Weg, den in Ihren Augen das Unternehmen Ihres Mannes geht: den in die Insolvenz. Alle Menschen erwarten in einer Partnerschaft das Gleiche. Sie wollen Unterstützung und Rückhalt. Wenn Sie Ihrem Mann das geben, dann geht es möglicherweise bald dem Malerbetrieb wieder besser. Und in ihrer Ehe auch. Es ist nicht Ihr Job, die beruflichen Probleme Ihres Mannes zu lösen. Sie sollten sich nicht seinen Kopf zerbrechen. Jeder Ratschlag wird von ihm als Kritik empfunden und darauf reagiert er empfindlich. Vielleicht glauben Sie, er sei in dieser Angelegenheit ein wenig überempfindlich. Doch das ist keine Marotte Ihres Mannes. Die meisten Menschen reagieren auf diese Form der Kritik so. Was Ihr Mann braucht, das ist jemand, der ihn in den Arm nimmt, und der die wichtigsten Worte spricht, die wir in einer Partnerschaft sprechen können, wenn es für den Partner schwierig läuft. Nein, nicht „Ich liebe dich“. Diese Worte sind in anderen Situationen gut und richtig. Die wichtigsten Worte, die Sie sprechen sollten, lauten: Armer Schatz. Der Rat „Mach es doch so wie ich“ stößt beinahe allen Menschen sauer auf. Sie sollten stattdessen füreinander da sein. Das ist der Kern einer guten Partnerschaft.

Verbraucherschutz: Eva Bell ist Vorstand der Verbraucherzentrale Berlin

Miete: Reiner Wild ist der Vorsitzende des Mietervereins Berlin und erklärt Mietern ihre Rechte

Arbeitsrecht: Torsten Reinprecht ist Fachanwalt und berät Angestellte, freie Künstler und Unternehmen

Tiere: Dr. Andreas Ochs ist Tierarzt im Zoo Berlin und Experte für Haus-, Zoo- und Wildtiere

Familie + Kinder: Heidemarie Arnhold ist Pädagogin und Vorstand des Arbeitskreises Neue Erziehung e.V.

Familien- und Erbrecht: Dr. Max Braeuer ist Anwalt und Notar für Familien- und Erbrecht

Wohneigentum: Dr. Carsten Brückner ist Chef des Bundes der Berliner Haus- und Grundbesitzervereine e.V.

Auto: Thomas Lundt ist Chef und Obermeister der Kfz-Innung Berlin und Inhaber einer Werkstatt

Garten + Balkon: Gabriele Kleuvers ist Landschaftsplanerin und Parkleiterin des Britzer Gartens in Neukölln

Liebe und Partnerschaft: Christian Thiel ist Buchautor, Single- und Partnerschaftsberater

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