Umgestaltung

Protest gegen den Umbau des Olivaer Platzes wächst

Bezirksamt lädt zur Debatte über geplante Baumfällung ein

Der Widerstand gegen die Umgestaltung des Olivaer Platzes nimmt zu. Künftig eine größere Grünfläche anstelle der Parkplätze – so will es das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Auch die Mehrheit der Bezirksverordneten hatte dies beschlossen. Gegen die Pläne sprechen sich nicht nur die Geschäftsleute aus, sondern auch IHK, Handelsverband und ADAC. In einer Gesprächsrunde haben sie am Donnerstag ihre Argumente noch einmal gemeinsam präsentiert. Bislang sei das Viertel eine funktionierende Berliner Mischung aus Handwerk, Dienstleistern, Geschäften und Gastronomie, sagte Rechtsanwalt Michael Bärlein von der Initiative der Geschäftsleute und Anwohner. „Man ist versorgt wie in einer kleinen Stadt.“ Voraussetzung dafür seien jedoch die Stellplätze. „Es besteht die Gefahr, dass diese Berliner Mischung kaputtgemacht wird“, so Christian Wiesenhütter, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin. „Wir haben 220 unserer Mitgliedsunternehmen im Umfeld gefragt.“ Das Votum zugunsten der Parkplätze sei eindeutig. „Wir bemängeln auch das vorgelegte Verkehrsgutachten des Bezirks.“ Es gehe davon aus, dass in den kommenden Jahren der motorisierte Individualverkehr abnehmen werde.

Doch die Zahl der Pkw-Besitzer in Berlin sei in den vergangenen drei Jahren um 3,7 Prozent gestiegen, sagte Jörg Becker vom ADAC Berlin Brandenburg. „Die Situation am Platz würde sich durch die Umgestaltung dramatisch verschlechtern“, befürchtete auch Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg. „Die Kunden müssen in der Lage sein, mit dem Verkehrsmittel ihrer Wahl zu kommen.“ Für die Umgestaltung des Olivaer Platzes hat das Bezirksamt einen Bebauungsplan entwickelt. Er sieht vor, dass statt der 123 Stellplätze eine Grünfläche entsteht und die schon vorhandene Grünanlage umgestaltet wird. Dafür müssten 60 Bäume gefällt und 85 nachgepflanzt werden. Anwohner und Geschäftsleute haben mehr als 800 Einwendungen zu den Plänen eingereicht. Eine Mehrheit forderte, die Stellplätze zu erhalten. Viele sprechen sich auch gegen die Fällungen aus. Es sei zu überlegen, wie die Pläne geändert werden müssten, damit möglichst viele Bäume stehen bleiben könnten, sagte Baustadtrat Marc Schulte (SPD). Er lädt deshalb am 25. November, 19.30 Uhr, zur Diskussion in den ehemaligen BVV-Saal am Fehrbelliner Platz 4 ein.