Planungsverfahren

Bezirk Pankow und Post streiten um Spielfläche

Lewaldplatz soll umgestaltet werden. Offen ist das Wie

Neue Wohnhäuser oder viele Spielgeräte – wie soll der Lewaldplatz in Prenzlauer Berg umgestaltet werden? Um diese Frage streiten sich das Bezirksamt Pankow und die Deutsche Post. 2500 Quadratmeter groß ist das Grundstück. Eine Rasenfläche, Büsche, Bäume sowie ein kleiner Spielplatz mit Rutsche und Sandkasten. Das Areal gehört der Post. Sie fragte bereits 2011 beim Bezirksamt an, ob dort Wohnhäuser und Gewerbebauten möglich sind. Nein, hieß es. Weil Pankow die Fläche selbst kaufen möchte, um den Spielplatz auszubauen. Denn das gesamte, dicht besiedelte Umfeld gilt als schlecht versorgt mit Parks und Spielflächen. Doch den Grundstücksverkauf lehnte die Post ab.

Jetzt greift das Bezirksamt zu den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, um dennoch an die Immobilie zu kommen. Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) treibt ein Bebauungsplanverfahren voran, durch das die Fläche als Spielplatz festgeschrieben wird. Das soll verhindern, dass Gebäude errichtet werden können. Das Planungsverfahren bedeutet auch, dass die Pankower Behörde das Vorkaufsrecht bekommt, sobald sich die Post doch noch entschließt, zu verkaufen. Das Gemeinwohl habe Vorrang vor Partikularinteressen, sagt Kirchner.

Früher in öffentlicher Hand

Die Grünfläche gehörte zum DDR-Volkseigentum, wurde bis zur Wende vom Stadtbezirk Prenzlauer Berg verwaltet. 1991 wurde das Areal dem Bundesvermögen zugeschlagen, mit dem Zusatzvermerk „Deutsche Bundespost“. 1996 wurde es auf die Deutsche Post AG als Rechtsnachfolgerin umgeschrieben. Seit 1962 wird der Lewaldplatz als öffentliche Grünanlage geführt. „Gerade in Prenzlauer Berg benötigen wir überall Spielplätze und Grünflächen“, sagt Stadtrat Kirchner. Deshalb hatte Pankow im März 2014 der Post ein Kaufangebot unterbreitet. Doch das Unternehmen wollte dies nicht annehmen, schlug im Gegenzug einen Pachtvertrag vor. Stadtrat Kirchner bat die Post, ihre Position noch einmal zu überdenken und lud zu einem Gespräch ein. Ohne Erfolg.

Doch der Bezirk hat schon einen Zeit- und Finanzplan für den Lewaldplatz. Er will den Spielplatz von jetzt 520 auf 1600 Quadratmeter erweitern. Rund 250.000 Euro an Fördermitteln stehen dafür 2015 zur Verfügung. Aber das geht nur, wenn Pankow die Fläche gehört. Auch das Geld für den Ankauf habe die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung dem Bezirk im Haushalt 2014 zur Verfügung gestellt, sagt Kirchner. Der Entwurf des Bebauungsplans liegt nun öffentlich aus. Eine Post-Sprecherin teilte auf Anfrage mit, über die weitere Verwendung des Areals sei noch nicht entschieden. Man werde nach Abschluss der internen Prüfungen auf den Bezirk Pankow zugehen, um die Handlungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung beidseitiger Interessen zu erörtern und schnell eine realisierbare Lösung zu finden.