Untersuchungsausschuss

BER: Früherer Technikchef Weyer belastet Aufsichtsrat

Sonderwünsche der Politiker führten zu Planänderungen

Die Projektsteuerer auf der Baustelle für den neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld haben aus Sicht des früheren Technikchefs Thomas Weyer keine gute Arbeit geleistet. „Es war ein sehr zähes Zusammenarbeiten, und die Qualität hätte ich mir schon etwas besser vorgestellt“, sagte Weyer am Freitag im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses über die Erfahrung mit den Baumanagern der Firma WSP CBP. So habe es zu viele Personalwechsel gegeben. Weyer war von 2004 bis 2008 einer der Geschäftsführer der Berliner Flughafengesellschaft. Heute ist er Finanzchef des Flughafens München.

Weyer bestätigte, dass der Entwurf für das BER-Terminal mehrfach geändert wurde, so um mehr Platz für Läden zu bekommen. Auch habe der Aufsichtsrat, in dem Politiker des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg das Sagen haben, Baupläne gegen das Votum der Geschäftsführung umgewandelt. Dabei ging es etwa um den Einbau einer speziellen Fluggastbrücke für den Großraumjet A380, der wegen der fehlenden Interkontinentalverbindungen normalerweise in Berlin weder startet noch landet.

Nach Ansicht der Grünen-Vertreter war dies „ein kosten- und zeitintensiver Fehler“. „Seine Aussage erhärtet die These, dass die Flughafengesellschaft für einen erfolgreichen Projektverlauf organisatorisch zu schlecht aufgestellt war“, sagten im Anschluss die Abgeordneten Andreas Otto und Harald Moritz. „Das Zusammenspiel von Aufsichtsrat, Geschäftsführung und insbesondere dem Projektsteuerer war problematisch.“

Für die Vertreter von SPD und CDU, die Abgeordneten Ole Kreins und Oliver Friederici, haben die Aussagen des früheren Flughafen-Technikchefs deutlich gemacht, dass „ein gravierendes Kontrollversagen der Geschäftsführung ab 2008 einer der Hauptgründe für die Probleme am BER“ seien. Dies werfe insbesondere ein schlechtes Licht auf Weyers Nachfolger Manfred Körtgen, der zur nächsten Ausschusssitzung als Zeuge geladen ist.

Laut dem Ausschussvorsitzenden Martin Delius (Piraten) habe Weyer den Aufsichtsrat und dessen Vorsitzenden Klaus Wowereit (SPD) an mehreren Stellen seiner Aussage kritisiert. So hätte er die Entscheidung, Körtgen als Technischen Geschäftsführer ab 2008 zu bestellen, nicht nachvollziehen können. Körtgen wäre nicht für den Posten eines Geschäftsführers geeignet gewesen.