Nahverkehr

So teuer werden Bus und Bahn

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Jetzt ist es offiziell: Die Fahrpreise für Bus und Bahn steigen Anfang kommenden Jahres um durchschnittlich 2,3 Prozent.

Das beschloss der Aufsichtsrat des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) am Donnerstag. Erstmals wird ein sogenannter Index eingesetzt. Die Preiserhöhung berechnet sich dabei zu 83 Prozent aus der Entwicklung der Lebenshaltungskosten in Berlin und Brandenburg sowie zu je 8,5 Prozent aus den Kosten für Strom und Kraftstoff.

VBB-Chefin Susanne Henckel sprach von einer „relativ niedrigen Anpassung“, bei den letzten beiden Erhöhungen waren die Preise um durchschnittlich 2,8 Prozent gestiegen. Der VBB nennt als Hauptgrund steigende Kosten und will die Preise auch künftig weiter „anpassen“. Auch wegen des jüngst verabschiedeten Nahverkehrsplans des Senats. Dieser sieht vor, das Angebot in der wachsenden Hauptstadt auszuweiten. „Auch das will bezahlt werden“, so Henckel. Die Verkehrsunternehmen im VBB würden sich zu 46 Prozent aus Fahrgeldeinnahmen finanzieren, auch sei nicht klar, wie der Bund die Regionalisierungsmittel für die Länder künftig verteilen werde. Ein weiteres Argument: Mit 59 Cent pro Fahrt verdiene der VBB von allen deutschen Verkehrsverbünden am wenigsten.

Dem Berliner Fahrgastverband Igeb reicht das nicht. „Man muss berücksichtigen, dass die Menschen in Berlin und Brandenburg auch weniger verdienen“, sagte Sprecher Jens Wieseke. Die Igeb kritisiert außerdem, dass vor allem häufig gekaufte Fahrscheine überdurchschnittlich teurer würden. So steigt der Preis des Einzelfahrscheins Berlin AB um 3,8 Prozent. „Es genügt also, wenige, aber viel genutzte Tarifangebote über den Index hinaus zu verteuern, um die Mehrzahl der Fahrgäste weit über der Inflationsrate zur Kasse zu bitten“, so die Igeb. Auch habe es der VBB verpasst, seine Tarife flexibler zu gestalten. So wird schon länger gefordert, dass ein Einzelfahrschein nicht nur für eine Richtung gültig ist. Laut VBB gibt es dafür keinen Bedarf, die Fahrgastverbände sehen das anders.

( lov )