Einkaufszentrum

Neue Wohnungen sollen Ruine in der Cité Foch ersetzen

Insolventes Geschäftszentrum wird endlich verkauft

Graffiti, eingeschlagene Scheiben, verwahrloste Kellereingänge. Das Gewerbe- und Geschäftszentrum in der Cité Foch in Reinickendorf ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Nun kommt Bewegung in die festgefahrene Situation: Das bisher unter Insolvenzverwaltung stehende Einkaufszentrum wurde veräußert.

„Uns waren, was dieses 16.319 Quadratmeter große Grundstück mit 15.000 Quadratmetern Geschossflächen betrifft, wirklich die Hände gebunden, denn das Gewerbe- und Geschäftszentrum befand sich in Privatbesitz“, sagt Baustadtrat Martin Lambert (CDU). Eigner Hermann Leckebusch, der in der Schweiz lebt, wurde in den vergangenen Jahren von einem Insolvenzverwalter vertreten. Er überließ das 1975 erbaute und seit 2008 leerstehende Center sich selbst.

Seit ihrer Entstehung hat die Cité Foch Sonderstatus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem ehemaligen, 470.000 Quadratmeter großen Industriegelände ein Wohngebiet für die Angehörigen der Französischen Armee mit Einkaufszentrum, Kirche, Kino, Schulen, Schwimmbad, Sportplätzen und Kindergarten gebaut. Das nach einem französischen Marschall aus dem Ersten Weltkrieg benannte Wohngebiet hat mehr als 780 Wohnungen. 1994 zogen die Franzosen sich aus der Siedlung zurück, sie fiel dem Bund zu. 2006 begann der schleichende Tod des Gewerbe- und Geschäftskomplexes, als Kaufland nach einem Rechtsstreit vorzeitig auszog, die Fitnessgruppe Elixia kurz darauf ebenfalls. Weitere kleine Mieter folgten, nur Aldi hat den Betrieb aufrecht erhalten. Der Mehrheitseigner, Hudson Advisors Germany, hatte die msc Handelsimmobilien Beratungsgesellschaft mbH beauftragt, ein Konzept für das Zentrum zu entwerfen. Die Hoffnung der Anwohner wuchs, dass sie bald in einer lichtdurchfluteten, zweigeschossigen Markthalle einkaufen gehen könnten – diese Pläne präsentierte das Architektenbüro Becher + Rottkamp. Doch die Umsetzung scheiterte.

Nun wurde das Gebäude verkauft. „Der neue Eigentümer wird das Gesamtareal mit der Zielsetzung weiterveräußern, dass in der Cité Foch Wohnungsbau realisiert wird“, sagt Baustadtrat Lambert. Und fügt hinzu: „Es besteht die Chance, dass der Schandfleck der Einkaufszentrumsruine endlich verschwindet. Vor allem freue ich mich, dass neue Wohnungen auf dem Gelände entstehen.“