„Stadtwandeln“

Klimawerkstatt Gatow zeigt innovative Projekte und Ideen

Das internationale „Projekt 2000m²“ will das Thema Agrarpolitik und Welternährung anschaulich und kritisch beleuchten.

Dafür gedeihen seit diesem Frühjahr auf dem „Weltacker“ in Spandau an der Havel Flachs, Hirse und Amaranth. Wenn in diesen Tagen geerntet wird, können sich Laien beteiligen. Gelegenheit bietet dazu am heutigen Dienstag eine Aktion der Klimawerkstatt Spandau.

Die Einrichtung des Bezirksamtes lädt zur thematischen Fahrradtour, bei der innovative Projekte im Bezirk vorgestellt werden. „Stadtwandeln“ heißt das Programm, mit dem die Klimawerkstatt nachhaltige Initiativen bekannter machen will, die – wie der doppeldeutige Name der Tour ankündigt – den ökologischen Wandel von unten praktizieren. Corinna Vosse, Geschäftsführerin der Klimawerkstatt, führt ihre Mitfahrer von 16 bis 18 Uhr quer durch Gatow. Los geht es am Gutshof Gatow, wo Uli und Rita Reinicke Lehmbrot backen oder Heilkräuter anpflanzen. Über den Weltacker, wo Luise Körner als Koordinatorin des Projektes 2000m² bei gutem Wetter die Roggenernte mit Sense und Dreschflegel begleitet, geht es nur wenige Meter weiter zum neuen Umwelt-Bildungszentrum. In Lehrgängen zum Beispiel für Hotellerie oder Hauswirtschaft setzt dieses auf Weiterbildung ebenfalls im Sinne nachhaltiger Ökonomie. Die Radler erwartet hier eine Verkostung lokaler Produkte.

„Bei den Stadtwandeln-Touren fahren wir nicht nur zu wenig bekannten Projekten, man lernt auch die Menschen dahinter kennen“, beschreibt Corinna Vosse das Konzept. Seit 2013 leitet sie die Klimawerkstatt. Um energetische Gebäudesanierung war es dem Bezirksamt zunächst gegangen, als es 2012 deren Einrichtung plante. „Wir haben uns gefragt, was kann man tun, um auf die 20 Prozent sanierten Wohnungsbestandes zu kommen, die für das Zwei-Grad-Ziel bei der globalen Erwärmung notwendig sind“, sagt die ehemalige Leiterin des Fachbereichs Umwelt im Rathaus Spandau, Cornelia Niemeitz, die heute die Leitstelle für Nachhaltigkeit und Klimaschutz leitet. Gleichzeitig gehe es der übergeordneten Bezirksabteilung von Stadtrat Carsten Röding (CDU), die für Umwelt, Bauen ebenso wie Wirtschaftsförderung zuständig ist, auch um das Spandauer Handwerk.