Ermittlungen

Untersuchungen entlasten Bademeister nach Unfall

Keine Anhaltspunkte für ein schuldhaftes Verhalten

Nach dem tödlichen Badeunfall eines Afrikaners in der Nähe des Strandbads Plötzensee am 19. Juli bestehen keine Anzeichen für ein schuldhaftes Verhalten eines Schwimmmeisters. Das haben die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei zu dem Unglück in Wedding ergeben, teilten die Behörden am Freitag mit. Nach dem tragischen Geschehen waren mehrere Strafanzeigen gegen den Bademeister erstattet worden. Sie unterstellten ihm eine rechtsextremistische Gesinnung, weshalb er den dunkelhäutigen Mann habe vorsätzlich ertrinken lassen. Die Untersuchungen bestätigten diesen Verdacht nicht. Das Aufrechterhalten dieser Behauptung erfülle den Straftatbestand der Verleumdung, heißt es weiter.

Der Mann aus Kamerun war gegen 10.45 Uhr mit anderen Personen auf der dem Freibad gegenüberliegenden Uferseite schwimmen gegangen. An der dortigen umzäunten Stelle besteht ein ausgewiesenes Badeverbot. Der 35-Jährige, der nicht schwimmen konnte und zudem unter erheblichem Alkoholeinfluss stand, war dort untergegangen. Zwar konnten ihn Zeugen noch aus dem Wasser ziehen, Reanimationsversuche blieben jedoch erfolglos. Die Ermittlungen ergaben, dass der Bademeister erst zehn Minuten nach dem Zwischenfall außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs davon erfahren und keine Möglichkeit hatte, den Ertrinkenden zu retten.

In Brandenburg/H. ist am Freitag ein neunjähriges Mädchen gestorben, nachdem es in der Havel untergegangen war. Feuerwehrleute bargen das Kind bewusstlos aus dem Wasser, teilte das Polizeipräsidium Brandenburg mit. Das Mädchen und sein siebenjähriger Bruder spielten zunächst im flachen Wasser, gerieten dann jedoch in tiefere Gewässer. Ein Badegast konnte nur den um Hilfe schreienden Jungen retten. Beide Kinder konnten nicht schwimmen. Die Neunjährige starb im Krankenhaus. Eine 74-Jährige ertrank am Donnerstag im Scharmützelsee bei Bad Saarow (Oder-Spree).