Behinderungen

Gleichzeitige Bauarbeiten bei S-Bahn und BVG

Viele Fahrgäste im Norden Berlins beschweren sich

Im Berliner Norden wird zurzeit ziemlich viel gebaut. Die S-Bahn-Linie 1 ist zwischen Waidmannslust und Hohen Neuendorf gesperrt; auch um den Bahnhof Wollankstraße werden Gleise erneuert, was auf der S25 zu Einschränkungen führt. Fahrgäste, die in Richtung Tegel wollen, müssen an der Station Bornholmer Straße umsteigen. Das verlängert die Reisezeit um rund fünf Minuten.

Die S-Bahn hat ihren Fahrgästen empfohlen, die Strecke von Friedrichstraße bis Tegel mit der U-Bahn-Linie 6 bis Alt-Tegel zu umfahren – die Verlängerung bei der S-Bahn wäre in etwa kompensiert, rechnet man den Fußweg zwischen S-Bahnhof Tegel und U-Bahnhof Alt-Tegel nicht hinzu. Doch seit Montag ist die U6 keine gute Option mehr. Denn die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bauen nun selbst, an den Bahnhöfen Otisstraße und Scharnweberstraße. Wegen des Pendelverkehrs sitzt man für die Strecke zwischen Friedrichstraße und Alt-Tegel nun 39 statt wie zuvor 20 Minuten im Zug.

Die Kritik folgt prompt. „Im Norden ist alles dicht“, beschwert sich ein Fahrgast – und er ist nicht der einzige. „BVG und S-Bahn müssen stärker darauf achten, dass nicht zu viele Bauprojekte parallel laufen“, fordert Jens Wieseke vom Fahrgastverband Igeb. In halbjährlichen Koordinationsrunden versuchen die Verkehrsunternehmen eigentlich, ihre Planungen aufeinander abzustimmen. Das Beispiel U6 zeigt nun, dass Überschneidungen offenbar nicht zu vermeiden sind. Allein die S-Bahn baut in diesem Sommer auf allen Linien außer der S2 und der Ringbahn. Aber auch die BVG will bauen – und ist der S-Bahn bereits entgegengekommen, wie eine Sprecherin betont. Wegen der Stadtbahn-Sperrung wurden Arbeiten an der U2 sowie an den Tramgleisen am Hackeschen Markt verschoben.

In einer Woche hat die S-Bahn ihre Arbeiten im Norden abgeschlossen. Bei der BVG kommen derweil ab heute neue Einschränkungen hinzu: Auf der U7 wird die alte Signaltechnik entfernt, um durch eine elektronische ersetzt zu werden. Bis zum 24. September besteht zwischen den Bahnhöfen Grenzallee und Rudow jeweils sonntags ab 22 Uhr bis freitags um 3.30 Uhr ein Pendelverkehr im 20-Minuten-Takt mit Umstieg am Bahnhof Johannisthaler Chaussee. Auf der U3 wird ab Montag das Dach des Bahnhofs Onkel Toms Hütte saniert. Folge ist ein Pendelverkehr im 15-Minuten-Takt zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke mit Umstieg am Thielplatz.

Immerhin: Bei diesen Maßnahmen können sich BVG und S-Bahn gar nicht erst in die Quere kommen.