Sozialpolitik

Studenten sollen maximal 300 Euro Miete zahlen

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Isabell Jürgens

Senat will für mehr bezahlbare Wohnheimplätze sorgen

Berlin ist bei Studenten – aus der gesamten Bundesrepublik, aber auch aus dem Ausland – beliebt. Rund 165.000 Studierende haben sich an der Humboldt-, der Freien und der Technischen Universität oder einer der zahlreichen Hochschulen eingeschrieben. Doch angesichts des stetig zunehmenden Wohnungsmangels haben es Studenten immer schwerer, geeigneten Wohnraum zu finden.

Nur etwa sechs Prozent der Studierenden haben das Glück, in einem der vergleichsweise günstigen Wohnheime unterzukommen. Das Berliner Studentenwerk vermietet nach eigener Auskunft rund 9500 Wohnheimplätze, die „außerordentlich gefragt“ seien. Vor gut einem Jahr hatte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) deshalb 5000 neue Wohnheimplätze für Studenten versprochen. Doch passiert ist seitdem wenig. Zwar hatte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) Ende Mai dieses Jahres ein „Strategiegespräch zur Schaffung zusätzlichen studentischen Wohnraums“ initiiert. Wolfgang Albers (Linke) wollte nun wissen, was dabei herausgekommen ist. Die Antwort aus dem Hause der Senatorin ist ernüchternd.

Viele Fragen offen

„Ein Ergebnis war der Zielwert der Miete, der bei maximal 300 Euro im Monat liegen soll und die Bruttowarmmiete inklusive Möbeln darstellt“, so Bildungsstaatssekretär Knut Nevermann. Laut einer Studie verfügen Studenten durchschnittlich über etwa 920 Euro im Monat. Die durchschnittliche Miete in Studentenwohnheimen beträgt in Berlin 204 Euro pro Monat. Die Wohnungsbaugesellschaften würden nun gemeinsam mit dem Studentenwerk ein Bauprojekt für ein Grundstück an der Nordbahnstraße (Gesundbrunnen) durchrechnen und Varianten ermitteln. Geplant sind 120 bis 200 Plätze. Ziel sei, bis zum 31. August einen Abschlussbericht vorzulegen. An dem Strategiegespräch, so Nevermann, hätten neben Vertretern der zuständigen Senatsverwaltungen – neben Bildung auch die Ressorts Finanzen und Stadtentwicklung – das Studentenwerk, der landeseigene Liegenschaftsfonds sowie die drei städtischen Wohnungsunternehmen Howoge, Gesobau und Gewobag teilgenommen.

Auf fünf landeseigenen Grundstücken sind insgesamt 610 Plätze geplant. Neben dem Grundstück am Gesundbrunnen sind dies zwei Grundstücke an der Amrumer Straße (Wedding), ein Areal an der Buschallee (Pankow) sowie eines am Steglitzer Damm (Steglitz). Darüber hinaus habe der Liegenschaftsfonds den Wohnungsunternehmen eine weitere Liste mit möglichen Grundstücken übermittelt, die nun für die Eignung als Wohnheimstandorte zu prüfen sind, so der Staatssekretär weiter. Wer diese Plätze und vor allem bis wann schaffen soll, sei aber nach wie vor offen. Die Frage, wann das erste Wohnheim tatsächlich errichtet werde, könne „frühestens auf Basis der genannten Modellrechnungen beantwortet“ werden, so Nevermann.

Für viele Studenten könnte selbst dieser auf 300 Euro monatlich begrenzte Mietzins problematisch werden: Der Bafög-Höchstsatz sieht lediglich 224 Euro Warmmiete vor. Private Anbieter studentischer Wohnheimplätze verlangen in der Regel noch mehr Miete. Im Container-Dorf im Plänterwald etwa kostet eine Ein-Zimmer-Wohnung knapp 400 Euro.