Flughafen BER

23.000 Anwohner warten am BER auf Schallschutz

CDU kritisiert schleppende Bearbeitung der Anträge

Rund um den neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld warten noch immer mehr als 23.000 Anwohner auf ausreichenden Schallschutz. Bislang hat mit 2038 erst etwa jeder zwölfte der 25.500 berechtigten Haushalte vom Flughafen die nötigen Papiere erhalten, um Handwerker mit den entsprechenden Bauarbeiten zu beauftragen. Das geht aus dem jüngsten Sachstandsbericht des Betreibers, der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), hervor. Knapp 17.000 Anträge sind demnach noch in Bearbeitung.

Der verkehrspolitische Sprecher der brandenburgischen CDU-Landtagsfraktion, Rainer Genilke, sagte, das zugesagte Schallschutzprogramm müsse zügig vor Eröffnung des Flughafens umgesetzt werden. „Die Anwohner am BER haben schließlich einen Anspruch, der erfüllt werden muss.“ Nur so könne auch die Akzeptanz des Airports gesteigert werden. Die Flughafengesellschaft hatte den Schallschutz für den BER jahrelang zu gering dimensioniert. Nach einem Gerichtsurteil, das die Rechte der Anwohner auf Schutz vor Fluglärm deutlich stärkte, begann das Programm zu Jahresbeginn praktisch von vorn. Die voraussichtlichen Kosten für Lärmschutzmaßnahmen stiegen von ursprünglich 139 Millionen Euro auf 730 Millionen Euro, wie Flughafenchef Hartmut Mehdorn im Frühjahr sagte. Im kürzlich vorgelegten Geschäftsbericht der Flughafengesellschaft für 2013 tauchte die Summe jedoch noch nicht auf. Darin gehen die Betreiber noch von Verpflichtungen von bis zu 444 Millionen Euro aus.

Zusätzliches Geld für Lärmschutzmaßnahmen gilt als einer der Gründe für die Kostenexplosion beim BER-Projekt. Erst am 30. Juni hatte der Flughafen-Aufsichtsrat 1,1 Milliarden Euro zusätzlich für die BER-Fertigstellung bewilligt, rund ein Drittel davon für einen besseren Schallschutz der Anwohner. Die Gesamtkosten für den neuen Flughafen steigen damit auf 5,4 Milliarden Euro.