Tarifkonflikt

Ärzte wollen in der kommenden Woche weiterstreiken

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund will ihren Streik an den kommunalen Vivantes-Kliniken in der kommenden Woche fortsetzen, falls es bis Montag zu keiner Einigung im Tarifstreit kommt.

Bislang waren Arbeitsniederlegungen bis zu diesem Freitag geplant. „Wenn nichts passiert, geht es am Dienstag weiter mit dem Streik“, sagte Reiner Felsberg, Geschäftsführer des Marburger Bund-Landesverbands. Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) sagte am Mittwoch, er habe beide Parteien gebeten, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Falls man sich nicht einigen könne, sei er auf Bitte von Berlins Ärztekammerpräsident Günther Jonitz grundsätzlich bereit, in dem Tarifkonflikt zu moderieren, ergänzte Czaja. „Das heißt aber nur, beide Tarifparteien wieder an einen Tisch zu bringen und die Voraussetzungen für weitere Verhandlungen zu schaffen.“ Die konkreten Punkte müssten die Tarifpartner aushandeln. Tarifauseinandersetzungen seien keine Aufgabe der Politik. Er würde eine Vermittlung durch Czaja begrüßen, sagte Felsberg. Allerdings gehöre der Senator auch dem Vivantes-Aufsichtsrat an. Jeder hilfreiche Schritt sei aber gut in der Sache. Auch am Mittwoch legten nach Angaben des Marburger Bundes 800 bis 1000 Ärzte an den neun Vivantes-Kliniken ihre Arbeit nieder. Etwa 400 Mediziner demonstrierten zudem im strömenden Regen am Alexanderplatz. In den Kliniken werden alle Notfälle weiterhin versorgt. Viele geplante Operationen seien jedoch verschoben worden, sagte Felsberg.

Im Tarifstreit zwischen dem Marburger Bund und dem kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) geht es um Lohnerhöhungen und die Anerkennung von Berufsjahren für etwa 1700 Ärzte. Der KAV bot zuletzt mehr Gehalt, auch Zusatzstufen wurden zugesagt. Diese würden jedoch zu spät greifen, so der Marburger Bund. Zuletzt waren Verhandlungen am 12. Juni ergebnislos beendet worden.

( dpa )