Förderbescheid

Weniger Geld vom Bund: Neue E-Buslinie startet nun später

Eigentlich sollte es ein guter Tag sein für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und für die Elektromobilität in Berlin.

Ein Förderbescheid des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sollte den Startschuss setzen für Berlins erste elektrische Buslinie. Zumal Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) kurz zuvor noch einmal in einem Interview bekräftigt hatte, dass er die Buslinie 204 zwischen Zoo und Bahnhof Südkreuz mit vier Millionen Euro bezuschussen werde. Diese 6,1 Kilometer lange Strecke soll komplett mit Elektrobussen befahren werden und somit die Alltagstauglichkeit der mit Strom betriebenen Fahrzeuge nachweisen. Das Ganze ist ein Element des Schaufensters Elektromobilität, zu dem Berlin neben drei anderen Regionen des Landes gekürt worden ist. In 30 Kernprojekten sollen in den nächsten Jahren insgesamt 100 Millionen Euro ausgegeben werden.

Die BVG erwartete vier Millionen Euro vom Bund. Der Förderbescheid, der am Donnerstag eintraf, sieht jedoch nur 2,3 Millionen Euro vor. Auf Anfrage der Morgenpost bestätigte BVG-Sprecherin Petra Reetz den Vorgang. „Wir haben leider nicht das volle Geld bekommen und können deshalb noch nicht sagen, wann die Elektro-Buslinie in Betrieb gehen wird. Wir stehen aber weiterhin voll hinter dem Projekt.“ Man sei aber noch „in klärenden Gesprächen“ mit dem Ministerium. Um eine Buslinie mit eigenen Fahrzeugen zu betreiben, benötigt die BVG fünf Elektrobusse, vier immer auf der Strecke und einer steht als Reserve bereit. Ein E-Bus kostet aber rund 800.000 Euro und damit mehr als doppelt so viel wie ein Diesel-Bus. Dem landeseigenen Unternehmen fehlen wegen der unerwartet niedrigen Fördersumme rund 1,9 Millionen Euro für den Projektstart. Die erhöhten Betriebskosten wollte das Land mit bis zu zwei Millionen Euro ausgleichen.

Im Hause Dobrindt verwies man darauf, das Projekt einer E-Buslinie inklusive Infrastruktur zur Zwischenladung mit vier Millionen Euro bezuschusst zu haben. Es sei denkbar, dass auch andere Projektbeteiligte berücksichtigt worden seien. Die BVG arbeitet mit den Verkehrstechnikunternehmen Bombardier, Solaris und Vossloh zusammen, auch die Technische Universität Berlin ist beteiligt.