Bildung

Nach Deckeneinsturz: Schulleiter noch nicht informiert

Das Reinickendorfer Bezirksamt übt derzeit Krisenmanagement.

In der Renée-Sintenis-Grundschule stürzte vor zwei Wochen eine Decke teilweise ein. Teile des Gebäudes wurden daraufhin gesperrt, Hunderte Schüler mussten auf umliegende Schulen verteilt werden. Der Umzug ging jedoch schief, das Umzugsunternehmen kam zunächst nicht, Lehrer mussten teilweise selbst ihre Umzugskisten tragen. Dann wurde geprüft, ob es im Bezirk baugleiche Schulen gibt. Ein Statikbüro nahm zehn Schulen auf eine Prüfliste. Die verantwortlichen Schulleiter der betroffenen Schulen waren aber bis gestern nach Auskunft der zuständigen Bildungsstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) noch nicht informiert. Das soll nun Anfang der kommenden Woche nachgeholt werden.

„Die Prüfung ist eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagte Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU). An der Sintenis-Schule seien Bauausführungsmängel die Ursache des Schadens gewesen.

Uwe Borkenhagen, Vorstandsmitglied des Bezirksschulbeirates Reinickendorf, fordert, dass das Land Berlin mehr Geld für die Schulsanierung bereitstellt. „Der Vorfall an der Sintenis-Schule wird kein Einzelfall bleiben“, sagte er. An vielen Schulen gebe es bauliche Mängel. Der Sanierungsstau liege bei einer Milliarde Euro. „Dass bisher niemand zu Schaden gekommen ist, ist einfach nur Glück. Wir dürfen uns aber keinesfalls darauf verlassen, dass wir auch künftig so ein Glück haben werden.“