Bildung

Nicht alle Gymnasien sind beliebt

Zwei Oberschulen in Grunewald und Westend fehlen Anmeldungen

Zum kommenden Schuljahr werden in Charlottenburg-Wilmersdorf erstmals zwei Gymnasien keine siebten Klassen aufmachen – das Walther-Rathenau-Gymnasium in Grunewald und das Herder-Gymnasium in Westend. Beide Schulen haben für das Schuljahr 2014/15 nicht genug Bewerber. Am Rathenau-Gymnasium haben sich nur 26 Schüler mit Erstwunsch angemeldet, am Herder-Gymnasium sind es sogar nur 13 Schüler. So die Zahlen der Bildungsstadträtin von Charlottenburg-Wilmersdorf, Elfi Jantzen (Grüne).

Die Bildungsstadträtin und die Senatsschulverwaltung beraten jetzt, wie es mit den beiden Schulen weitergehen soll. Bildungsstadträtin Elfi Jantzen sagte: „Wir denken bei unseren Überlegungen in alle Richtungen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die beiden Gymnasien in Sekundarschulen umgewandelt werden.“ Derartige Änderungen werde es aber frühestens zum Schuljahr 2015/16 geben. Zunächst müsse auch geklärt werden, ob die beiden Schulen, wenn sie zu Sekundarschulen werden würden, eine gymnasiale Oberstufe behalten könnten. „Die Ansage der Bildungsverwaltung war bisher die, dass es keine weiteren Sekundarschulen mit gymnasialer Oberstufe geben wird“, so Elfi Jantzen. Das sei problematisch. Lehrer und Eltern der beiden Schulen würden sicher eine Oberstufe haben wollen.

Berlinweit ziehen es viele Eltern offenbar vor, ihre Kinder in dreizehn statt in zwölf Jahren das Abitur machen zu lassen. Viele Sekundarschulen, an denen das möglich ist, sind deshalb stark gefragt. Auch insgesamt geht der Trend in der Hauptstadt eher zur Sekundarschule. Für das kommende Schuljahr wurden 57 Prozent der Kinder an einer Integrierten Sekundarschule angemeldet und nur 43 Prozent an einem Gymnasium.

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Hildegard Bentele, hält es für richtig, schwache Gymnasien zu Sekundarschulen umzuwandeln. „Starke Sekundarschulen müssen dann aber auch zu Gymnasien gemacht werden“, forderte sie. Würde man so verfahren, gebe es wieder eine ehrlichere Schullandschaft und bessere Orientierungsmöglichkeiten für Eltern. Gymnasien müssten stärker unterstützt werden. „In den vergangenen Jahren sind vor allem die Sekundarschulen gestärkt worden“, so Bentele. Dabei brauchten aber auch die Gymnasien mehr Personal für die Ganztagsbetreuung, Sozialpädagogen und kleinere Klassen. Die Schüler, die sich für eine siebte Klasse an der Rathenau oder an der Herder-Schule angemeldet hatten, sind an andere Gymnasien umgelenkt worden. Sie durften einen neuen Erstwunsch äußern. „Welche Schulen das sind, wissen wir nicht“, so Janzten.