Mahnwache

Flüchtlinge bleiben weiter vor der Gedächtniskirche

Die Flüchtlinge vor der Gedächtniskirche wollen trotz des DFB-Pokalfinales dieses Wochenende weiter auf dem Kirchvorplatz bleiben.

Das sagte ein Sprecher der elf afrikanischen Flüchtlinge am Donnerstagnachmittag.

Eigentlich hätten die Flüchtlinge den Vorplatz auf Wunsch der Kirchengemeinde am Donnerstag verlassen sollen, weil am Freitag und am Sonnabend Tausende Fußballfans zum DFB-Pokalfinale auf dem Breitscheidplatz erwartet werden. „Vor allem dachten wir dabei an die Sicherheit der Flüchtlinge. Bei solchen Veranstaltungen können unkalkulierbare Situationen entstehen“, begründete Pfarrer Martin Germer den Wunsch der Gemeinde. Man würde die Flüchtlinge aber nicht zwingen zu gehen, so Germer weiter. Am Donnerstagabend sollte der Gemeindekirchenrat erneut zusammenkommen, um eine vorübergehende Unterkunft für die Flüchtlinge zu finden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir am Freitag einen seriösen Vorschlag für die Flüchtlinge haben werden, und hoffe, dass sie bereit sein werden, sich auf etwas einzulassen“, sagte Germer am Donnerstagnachmittag.

Ein Sprecher der Flüchtlinge sagte jedoch, die Gruppe würde vor der Kirche ausharren, bis ihre Forderungen nach einem Bleiberecht in Deutschland erfüllt sind. „Warum sollen wir ohne Ergebnis gehen?“, fragte er. Der Pressesprecher der Polizei, Stefan Redlich, sieht vorerst keinen Grund, die Mahnwache aktiv zu beenden. „Es handelt sich hier um eine angemeldete Demonstration. Und jeder ist frei, dort zu demonstrieren, wo er oder sie möchte.“ Die Polizei bleibe weiterhin vor Ort. Die elf Flüchtlinge sind seit Sonntag in Charlottenburg. Wie berichtet, waren sie davor auf dem Alexanderplatz in Mitte. Dort traten 14 Flüchtlinge am 3. Mai in einen Hungerstreik. Seit dem 7. Mai tranken sie außerdem nichts mehr.