Ausstellung

Überflieger auf der Luftfahrtmesse

Rund 200.000 Besucher werden zur ILA 2014 erwartet. Weltneuheiten und spektakuläre Luftstaffeln sind angekündigt

Superschnelle Jets, kühne Piloten, Flugkunststücke in der Luft und technische Attraktionen am Boden – viele Berliner freuen sich auf die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA). Airbus, Transportflugzeuge, Hubschrauber, Drohnen und Kampfflugzeuge sind zu sehen. Vom 20. bis 25. Mai findet die Schau auf dem Berlin ExpoCenter Airport statt. Die ersten drei Tage sind dem Fachpublikum vorbehalten. Am Freitag, Sonnabend und Sonntag hat jedermann Zutritt. Shuttlebusse bringen die Zuschauer kostenlos bis vor die Tore der ILA.

300 Flugzeuge sind zu sehen

Einige Zahlen beschreiben den Umfang der Ausstellung. Rund 250.000 Quadratmeter groß ist das Gelände, mit Hallen, Pavillons und Freiflächen. 1200 Aussteller aus 40 Ländern beteiligen sich. Etwa 200.000 Besucher werden erwartet. „Das ist ungefähr das Niveau von 2012, als wir eine Rekord-ILA hatten“, sagte Dietmar Schrick, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), bei der Vorstellung des Programms am Dienstag. „Wir haben wieder etwa 300 Flugzeuge in der Luft und am Boden. Diese hohe Zahl finden Sie auf anderen Luftfahrtmessen nicht.“ Auch Oldtimer seien vertreten.

Doch einen Wermutstropfen gibt es: Die Veranstalter haben bereits angekündigt, dass einige große Attraktionen voraussichtlich nur den Fachleuten vorbehalten sind. Die beiden modernsten Verkehrsflugzeuge, der Airbus A350XWB und die Boeing 747-8, sind nur zu Beginn der Messe zu sehen. Der Airbus wird voraussichtlich noch in diesem Jahr ausgeliefert. Die Boeing wird auf der ILA getauft. Auch die An-124, das größte in Serie gebaute Transportflugzeug der Welt, wird nur für die Fachleute zu sehen sein.

Zukunftsweisend ist auch das elektrisch betriebene Demonstrationsflugzeug E-Fan der Airbus-Group, eine Weltneuheit, die erst kürzlich ihren ersten Flug hatte. Noch stehe nicht fest, wie lange der Zweisitzer auf der Messe bleibe, sagte ILA-Sprecher Wolfgang Rogall am Dienstag. „Es kann sein, dass er an allen Tagen da ist.“ Zwei, eventuell sogar drei Exemplare des modernsten europäischen Militärtransporters A 400 M kommen Ende Mai nach Schönefeld und werden in einem gemeinsamen Überflug zu sehen sein. „Es kann sein, dass einer auch an den Publikumstagen fliegen wird“, sagte Rogall. Das werde sich erst kurzfristig ergeben. „Das ist nicht leicht zu verstehen“, erklärte der Sprecher. „Die Protototypen oder die Weltpremieren unter den Flugzeugen absolvieren ein umfangreiches Testprogramm. Sie sind stark eingebunden.“

Die Nichtfachleute werden durch große Shows in der Luft entschädigt. International renommierte Staffeln werden erwartet, darunter die Patrouille Suisse mit sieben Maschinen des Typs Northrop F-5E Tiger II. Das Breitling Jet Team mit acht L-39 C Albatros hat Deutschlandpremiere bei der ILA.

„Wir sind froh, dass auch die Amerikaner wieder traditionell stark auf der ILA vertreten sind“, sagte BDLI-Hauptgeschäftsführer Schrick. Das sei 2014 nicht unbedingt zu erwarten gewesen. „Vor dem Hintergrund der Budgetkürzungen sind die weltweiten Messeauftritte der Air Force und der Industrie deutlich reduziert worden.“ Man betrachte es als Verbundenheit mit der ILA und mit Berlin, so Schrick, dass die C-17 Globemaster III, die den Namen „Spirit of Berlin“ trägt, extra aus Amerika zur ILA komme. Die US Air Force zeigt auch das Transportflugzeug Lockheed Martin C-130 J Herkules, die Hubschrauber Boeing UH-60 L Black Hawk und Boeing Apache AH-64 D und Kampfflugzeuge des Typs Lockheed Martin F-16. Partnerland der diesjährigen Ausstellung ist die Türkei. Sie werde mit einem großen Branchenauftritt vertreten sein, so Schrick.

Übung der Luftwaffe

Highlight des Bundeswehrauftritts wird die kombinierte Flugübung „Willfire 2014“ sein, an der vier Tornados, zwei Eurofighter, zwei Tiger, eine CH-53, eine Transall und der Airbus A 310 MRTT-Tanker beteiligt sind. Die Schau dauert etwa 20 Minuten und soll das Zusammenspiel der militärischen Kräfte veranschaulichen.

Auch die Bundesregierung schenkt der ILA große Aufmerksamkeit. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werde zum Auftakt einen Messerundgang machen, sagte Schrick. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wolle die Schau besuchen. Erwartet werden außerdem Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). „Soweit ich mich erinnern kann, hatten wir diese Ministerdichte in der Vergangenheit nicht.“ Am Parlamentariertag haben Bundestagsabgeordnete Gelegenheit, die ILA anzusehen. Ein weiterer Tag ist den Raumfahrtexperten und den Vertretern der Botschaften vorbehalten.

Die Messe Berlin GmbH organisiert die Ausstellung. „Es ist eine gigantische, temporäre Messestadt, die auf dem ILA-Gelände eingerichtet wird“, sagte Stefan Grave, ILA-Direktor des Unternehmens. „Mit Geschäften, Straßen, Pavillons.“ Empfehlenswert sei, so Grave, die ILA am Wochenende mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu besuchen. Am Wochenende ist auch ein Karrierecenter eingerichtet, an dem sich die Interessierten über Berufschancen und -wege der Branche informieren können.