10.000 Euro für Berliner Vereine

Osteraktion von Berliner helfen und den Hilton Hotels: Neun Gewinner freuen sich über eine Spende

Die Auswahl war wirklich nicht leicht: 38 gemeinnützige Vereine haben sich bei der gemeinsamen Osteraktion von Berliner helfen und den Hilton Hotels beworben. Insgeamt 10.000 Euro hatte die Hilton Foundation als Spende zu Verfügung gestellt, um private und ehrenamtliche Förderung von Kinder- und Jugendlichen in Berlin zu unterstützen. „Wir haben uns über die große Resonanz und die Vielfältigkeit der Bewerbungen sehr gefreut“, sagte Gisela Münchgesang, Direktorin des Hilton Hotels am Gendarmenmarkt, die gemeinsam mit ihrem Kollegen vom Waldorf Astoria, Georg Andréewitch, und den Morgenpost-Redakteurinnen Andrea Huber und Petra Götze in der Jury die Auswahl der Spendenempfänger traf.

Auswahlkriterien waren unter anderem die soziale oder gesundheitliche Situation der vom jeweiligen Bewerber betreuten Kinder, die Art des Angebotes und wie gefördert wird. Um möglichst viele „Ostereier“ zu verteilen, konnten sich die Vereine und gemeinnützigen Einrichtungen um Spenden ab 300 Euro bewerben. Die größte Spendensumme erheilt mit 2.500 Euro das Berliner Herz e.V. Der ambulante Hospizdienst betreut mit Ehrenamtlichen in ganz Berlin 120 Familien mit einem unheilbar kranken Kind. Mit der Spende werden Erlebnistage organisiert, bei denen bis zu 50 Familien einen gemeinsamen Ausflug machen oder auf einem Kinderbauernhof einen unbeschwerten Tag genießen können.

Eine Spende über 1.500 Euro geht an den Förderverein der Stephanus-Schule in Weißensee, einer Schule für Kinder mit geistigen und schweren mehrfachen Behinderungen. Mit der Spende kann für ein Jahr der Tanzkurs „No Limit“ mit einer speziellen Choreografie und Anleitung für Schüler im Rollstuhl finanziert werden. „Auch unsere Kinder tanzen und bewegen sich gern. Kleine Ergebnisse machen sie sehr stolz“, sagt Angelika Arndt vom Förderverein der Stephanus-Schule.

1000 Euro erhält der Verein Straßenkinder e. V. zur Anschaffung von drei Nähmaschinen. Sie helfen bei der Entdeckung der kreativen Begabungen und Talente. „Es macht den Jugendlichen sehr viel Spaß, eigene Mode und Anziehsachen zu entwerfen und herzustellen“, berichtet Vereinsgründer Eckhard Baumann. Ebenfalls 1000 Euro gehen an den Verein Lesewelt e.V., der mit seinen Vorlesestunden in öffentlichen Bibliotheken Kinder aus bildungsfernen Familien zum Lesen motiviert und so ihre Sprachkenntnisse verbessert. Jedes Kind, das an zehn Vorlesestunden teilnimmt, erhält ein Buch geschenkt. „Für viele Kinder aus Migrantenfamilien ist es das erste eigene Buch überhaupt“, berichtet Ursula Frommholz, die den Verein Lesewelt in privater Initiative gegründet hat.

Kinder fit machen für den Alltag ist das Ziel des TSV Wittenau. Einzugsgebiet des Vereins ist das Märkische Viertel. Die ehrenamtlichen Trainer des Cheerleader-Teams sind oft auch Berater und Vermittler für sozial benachteiligte Familien. „Wir wollen den Kindern und Jugendlichen ein ,Ich-schaffe-das-Gefühl’ vermitteln, auch wenn man dafür fleißig trainieren und Teamgeist entwickeln muss“, schreibt Elke Duda vom TSV Berlin-Wittenau. Mit einer Spende über 1000 Euro kann eine neue Musikanlage angeschafft werden. Ebenfalls 1000 Euro erhält die Gelbe Villa in Kreuzberg, ein Bildungs- und Kreativzentrum für Kinder mit vielen kostenlosen Kursen. Mit der Spende kann eine Videokamera und technische Ausstatung für die Medienwerkstatt angeschafft wer- den. „Wir freuen uns sehr, nun können wir neue schöne Projekte in Angriff nehmen“, bedankt sich die Leiterin des Zentrums, Sylvia Demes. Auch in der Teupe, einer Einrichtung der Gebewo in Neukölln für obdachlose Familien, ist die Freude groß: mit der Spende über 1000 Euro können Fahrtkosten für Ausflüge, Bastel-Nachmittage und Freizeit-Unternehmungen für die unter Vernachlässigung und sozialer Ausgrenzung leidenden Kinder bezahlt werden.

Der erst im vergangenen Jahr in Neukölln gegründete Verein Perspektiven Werkstatt erhält eine Spende über 500 Euro. Mit Hilfe von ehrenamtlichen Paten werden Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung und in ihrer schulischen Laufbahn gefördert. Mit der Spende können Lern- und Lesematerial und Kosten bei Museumsbesuchen oder Freizeit-Unternehmungen bezahlt werden. „Das ist ja toll! Wenn ich nicht im Bus sitzen würde, würde ich laut losjubeln“, sagt Vereinsvorsitzende Anja Klinnert, als sie am Handy von der Spende erfährt.

Ebenfalls 500 Euro erhält der Radsport Club Charlottenburg, der in der Kreuzberger Carl-von Ossietzky-Schule 100 Kindern das Radfahren ermöglicht. An drei Tagen in der Woche geht es nach einem Fahr- und Sicherheits-Training auf dem Schulgelände über die Hasenheide zum Tempelhofer Feld. „Wir freuen uns sehr über die gute Nachricht. Die Schülerschaft, die kaum eigene Räder besitzt, nimmt das Angebot sehr gut an. Wir sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um Verschleißteile zu bezahlen“, berichtet Übungsleiter Johannes Kowalewsky.

Auch der Verein „Von Kindern für Kinder“, dessen Gründerin Gertrud Meyer an zwei Schulen in Reinickendorf einmal in der Woche ein kostenloses reichhaltiges Schulfrühstück organisiert, geht nicht leer aus. Statt einer Geldspende wird das Waldorf Astoria nach den Osterferien ein komplettes Frühtück für 75 Kinder zur Verfügung stellen. „Wir freuen uns sehr über diese Unterstützung“, schreibt Gertrud Meyer.

Wir wünschen auch allen bei der Osteraktion nicht bedachten Vereinen weiterhin viel Erfolg bei ihrem Engagement – vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.