25 Jahre Mauerfall

Literatur-Zensur in DDR gelockert

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt

In der DDR-Kulturpolitik sind nach Angaben des Ost-Berliner Schriftstellers Günter de Bruyn in den vergangenen Monaten Veränderungen eingetreten. So sei die Praxis abgeschafft worden, dass jedes Manuskript vor der Veröffentlichung dem Kulturministerium vorgelegt werden muss, sagte de Bruyn am 19. April 1989 in der Evangelischen Akademie in West-Berlin. Neuerdings würden Entscheidungen von den Verlegern getroffen, geplante Veröffentlichungen müssten nur noch angemeldet werden. Es habe sich, „wenn auch nicht spektakulär, einiges geändert in der DDR“, sagte de Bruyn. Er verwies darauf, dass etwa „Der Tangospieler“ von Christoph Hein noch vor einem Jahr sicher nicht in der DDR hätte erscheinen können. Auch junge, kritische Autoren, die nicht im Schriftstellerverband seien, hätten nun erstmals die Möglichkeit erhalten, in der DDR zu veröffentlichen.