Urteil

Aus Eifersucht: Frau mit Spiritus übergossen und getötet

Am vergangenen Donnerstag wurde vom Landgericht Potsdam ein 51-jähriger Mann wegen versuchten Mordes zu lebenslänglich verurteilt.

Er hatte seine 15 Jahre jüngere Ehefrau aus Eifersucht mit Benzin übergossen und angezündet. Sie sprang brennend in einen Gartenteich, überlebte knapp, wird an den Folgen der Verletzungen aber ihr Leben lang leiden.

Ein ähnliches Geschehen ist nun Thema eines Prozesses, der am Dienstag vor einem Moabiter Schwurgericht beginnt. Nur geht es hier um einen vollendeten Mord. Angeklagt ist der 52-jährige Jorge Q., der in der Nacht vom 5. zum 6. Oktober vergangenen Jahres eine Bekannte in deren Wohnung mit Brennspiritus übergossen und angezündet haben soll. Auch bei ihm soll Eifersucht das vorrangige Tatmotiv gewesen sein. Wie im Potsdamer Fall geht die Staatsanwaltschaft von den Mordmerkmalen „niedere Beweggründe“, „Grausamkeit“ und „Heimtücke“ aus. Bei Jorge Q. kommt das Merkmal „gemeingefährliche Mittel hinzu“, weil er auch die Bewohner, die in dem Mehrfamilienhaus arglos schliefen, in Gefahr brachte.

Die 45 Jahre alte Lehrerin einer Waldorfschule und der studierte Informatiker, der vorrangig in München arbeitete, hatten sich 2004 kennengelernt. Sie führten eine Wochenendbeziehung. Zu heftigen Spannungen mit dem offenbar krankhaft eifersüchtigen Jorge Q. soll es im Laufe der Jahre des Öfteren gekommen sein. Deswegen soll die Lehrerin beschlossen haben, sich von ihm zu trennen und ihm künftig den Zugang zu ihrer Wohnung in der Haubachstraße in Charlottenburg zu verwehren. Jorge Q. soll jedoch einen Zweitschlüssel besessen haben. Mit diesem hatte er sich nach eigener Aussage gegen Mitternacht Zugang zur Wohnung verschafft. Ulla N. schlief, als sie von dem Täter mit Brennspiritus übergossen wurde. Als sie erwachte, stand sie bereits in Flammen, hatte keine Chance, zu begreifen, was passiert war. Sie rannte schreiend aus der Wohnung in den Hausflur, stürzte die Treppe herunter. Ein Nachbar soll noch versucht haben, die Flammen mit einer Decke löschen. Doch da war es bereits zu spät. Die Verletzungen waren zu schwer. Als die Rettungssanitäter kamen, lag die Frau bereits tot im Hausflur.

Jorge Q. stellte sich wenige Stunden später der Polizei. Angeblich habe er Ulla N. nicht töten, sondern „nur“ entstellen wollen. Kein Mann sollte sie je wieder begehren.