Kriminalität

Drogen und Gewalt in Kreuzberger Flüchtlingsschule

43-jähriger Mann mit Messer niedergestochen

Erneut wird die Gerhart-Hauptmann-Schule an der Ohlauer Straße in Kreuzberg mit zwei möglichen Straftaten in Verbindung gebracht. Ein vorläufig festgenommener Drogenverkäufer und das Opfer einer Messerstecherei sollen in der bezirkseigenen, ehemaligen Schule leben.

Polizisten der 14. Einsatzhundertschaft beobachteten am Sonntagabend gegen 21 Uhr den Görlitzer Park und wollten einen Mann überprüfen, der am Parkausgang an der Skalitzer Ecke Görlitzer Straße stand. Als der die Polizisten sah, versuchte er zu fliehen. Doch erfolglos. Die Beamten waren schneller und konnten ihm den Weg abschneiden. Bei der Personenkontrolle fanden sie Drogen und Bargeld bei dem Mann. Der 22-Jährige gab auch an, das Geld mit dem Verkauf von Drogen verdient zu haben. Mit einem Durchsuchungsbeschluss in der Tasche begleiteten die Beamten den vermeintlichen Drogenverkäufer zu seinem Zimmer in der ehemaligen Schule. „Bei der anschließenden Durchsuchung wurde ein Tütchen gefunden, in dem sich offenbar Cannabis befand“, sagte ein Sprecher der Polizei. „Der Drogenfund wurde beschlagnahmt, der mutmaßliche Drogenverkäufer nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen auf freien Fuß gesetzt.“

Ebenfalls am Sonntagabend, nahezu zeitgleich gegen 21.45 Uhr, kam es an der Skalitzer Straße in Kreuzberg zu einer Messerstecherei. Eine Zeugin beobachtete den Streit zwischen zwei Männern und sah, wie einer von ihnen plötzlich zu Boden sackte. Mit lauten Schreien machte sich die Frau bemerkbar, woraufhin der unbekannte Täter flüchtete. Rettungssanitäter brachten den 43 Jahre alten, schwerverletzten Mann in ein Krankenhaus. Nach Angaben der Polizei erlitt er lebensbedrohliche Stichverletzungen im Oberkörper. Das Opfer lebt ebenfalls in der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule. Die 2. Mordkommission des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen.

Flüchtlinge haben das leer stehende Schulgebäude im Dezember 2012 besetzt. Geduldet von den Grünen im Bezirksamt, leben seitdem linke Aktivisten, Obdachlose und Flüchtlinge in dem Haus. Bis Januar 2014 hat sich die Zahl der Straftaten im Umfeld der Schule um 57 Prozent auf 899 Taten gesteigert. Das geht aus der Polizeistatistik hervor. Mehr als 60 Straftaten haben einen direkten Bezug zu der Flüchtlingsunterkunft. Entweder leben Tatverdächtige dort oder das Gebäude und das Grundstück waren Tatort.