Mai-Vorbereitungen

Wie die Beamten geschützt sind

Die Uniform der Polizei hat sich in den vergangenen 30 Jahren stark verändert und immer weiter entwickelt. Ziel ist es, eine Uniform zu schaffen, die schützt und gleichzeitig nicht behindert.

Die Beamten müssen beispielsweise trotz Schutzkleidung und Bewaffnung fähig sein, sich in einer Gefahrensituation schnell bewegen und jemanden festnehmen zu können. Deshalb wird besonderes Augenmerk auf das Material der Uniform und das Gewicht gelegt. Wie bei anderen Berufsgruppen auch, unterliegen Uniform und Ausrüstung von Polizisten einem ständigen Wandel:

Während der ersten Mai-Krawalle Ende der 80er-Jahre, die – damals unvermutet – heftig waren, wurden zahlreiche Polizisten am Körper durch Stein- und Flaschenwürfe sowie durch Schläge mit Holzlatten und Eisenstangen schwer verletzt. Infolge der schweren Ausschreitungen hat sich die Ausrüstung der Bereitschaftspolizei rund um den 1. Mai extrem verbessert. Der Helm, der heute bei den geschlossenen Einheiten eingesetzt wird, ist dem von vor 20 Jahren zwar noch ähnlich. Allerdings wurde der Genickschutz optimiert. Und die Einsatzkräfte verlangten Visiere, die bei Regen und auch bei heftigem Atmen nicht beschlagen.

Da es immer wieder Verletzungen an Armen und Beinen der Polizisten gab, wurden zunächst Körperschutzsysteme angeschafft, wie sie beim Motorcross verwendet wurden. Hinzu kamen Schienbeinschützer aus dem Baseballsport. Parallel gab es Selbstversuche einzelner Beamter, aus Hartplastik in Kombination mit Schaumstoff einen geeigneten Körperschutz zu entwerfen. Dieser wurde schließlich von einer Firma entworfen und erstmals in Verbindung mit einem Ellenbogengelenkschutz ausgeliefert.

Mitte der 90er-Jahre kam der Tiefschutz für den Genitalbereich hinzu. Etwa zur gleichen Zeit wurde ein einer Ritterrüstung gleicher Ganzkörperschutz testweise in Berlin ausprobiert, der aus Metall bestand. Dieser stellte sich aber als nicht funktionell heraus, weil die Testträger bereits nach 30 Metern aus der Puste waren. Nach Angaben eines Bereitschaftspolizisten sind die Beamten größtenteils mit ihrer Ausstattung und dem nicht brennbaren Einsatzanzug zufrieden. Dennoch wiege die reine Einsatzuniform immer noch zehn Kilo – Waffe und Ausrüstung nicht dazugerechnet.