Messe

250 Aussteller, 13.000 Quadratmeter, zwei Räder

Auf der Velo Berlin werden am kommenden Wochenende die Fahrrad-Trends präsentiert

Mit steigenden Temperaturen steigen auch wieder mehr Menschen auf’s Rad. Passend zum Frühlingsbeginn findet die Fahrradmesse Velo Berlin kommendes Wochenende auf dem Gelände der Messe statt. Auf 13.000 Quadratmetern präsentieren mehr als 250 Aussteller und Marken Fahrräder aller Art: von E-Bikes, Cross-, und Trekkingbikes über Mountainbikes und Rennräder, puristische Stadträder und vollausgestattete Citybikes bis hin zu Spezial- und Liegerädern. Die Berliner Morgenpost gibt vor Messebeginn einen Überblick über die neuesten Produkte und Trends.

Bluetooth-Fahrradschloss

In Halle 12 wird die Sonderschau „Navi und Apps“ zu sehen sein, die sich mit den Themen Outdoor-Navigation, Routenplanung anhand von GPS-Geräten und Diebstahlsicherung per Handy-App auseinandersetzt. So bietet der Bordcomputer BikeLogger eine Protokollierung aller Fahrtdetails wie Geschwindigkeit, Außentemperatur sowie Fahrtdistanz und –dauer. In Kombination mit einem Smartphone ist BikeLogger zudem eine innovative Fahrradsicherung. Per Bluetooth-Technologie reagiert ein empfindlicher Sensor, der in das Fahrradschloss integriert ist, auf unerlaubtes Entwenden mit einer Nachricht an das Smartphone des Radbesitzers. „Ich finde solche pfiffigen Lösungen super, wenn damit den Dieben das Klauen erschwert wird“, sagt Ernst Steinhauer, Miteigentümer des Fahrradladens Rad der Stadt in Prenzlauer Berg. Allerdings ist der neue Diebstahlschutz eher etwas für schnelle Erledigungen, da die Reichweite nur maximal 100 Meter beträgt.

Airbag für den Kopf

Wer keine Lust mehr auf normale Fahrradhelme hat, kann sich bald mit Airbag-Schal oder Mütze schützen. Der Hövding aus Schweden ist kein Helm, er wird ähnlich wie ein Schal getragen. Die Bewegungen des Fahrradfahrers werden 200 Mal pro Sekunde per Sensorik erfasst. Bei einem Unfall wird die Sturzbewegung des Fahrenden erkannt und der Airbag löst sich in einer Zehntelsekunde aus, sodass er vollständig aufgeblasen ist, bevor der Kopf aufschlägt. Daneben präsentiert eine deutsche Firma mit Sitz in der Lausitz ihren Helt-pro-Lifestyle-Helm. Das Besondere: Der Helm gleicht einer Mütze oder einem Hut, mit einer integrierten Hartschale mit Lüftungssystem. Gut vorbereitet im Straßenverkehr ist man zudem mit dem GTC Blinkerhandschuh. Eine Blinkeinrichtung ist sowohl in der Vorder- als auch in der Rückseite des Zeigefingers angebracht und wird durch Knopfdruck ausgelöst. So wird der Fahrrichtungswechsel durch Lichtsignale für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar.

E-Bikes für die Stadt

Mit einem Plus von rund acht Prozent und insgesamt 410.000 verkauften E-Bikes ist der Absatz in Deutschland im Jahr 2013 erneut gestiegen. „Zwar sind aktuell noch ältere Menschen die größte Gruppe bei den E-Bike-Käufern, doch dies ändert sich gerade“, sagte Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV). Neben der Verschiebung zu jüngeren Käufern werden die elektronischen Räder auch immer mehr in Städten benutzt. Bislang waren E-Bikes eher in ländlichen Gebieten verbreitet. Um die elektronischen Räder weiter in der Stadt zu etablieren, braucht es laut ZIV vor allem mehr sichere Abstellmöglichkeiten an Straßen oder Bahnhöfen. „Zur Zeit muss man sein hochwertiges E-Bike in den Keller oder mit in die Wohnung schleppen, um es sicher zu verwahren“, sagte Siegfried Neuberger.

Lasten- und Transporträder

Vom Fahrradanhänger über familienfreundliche Lastenräder bis zum e-Lastenrad für Kurierdienste oder Rikschas – Transportlösungen per Rad sind auf dem Vormarsch. In Halle 15 wird es deswegen eine Sonderschau zu diesem Trend geben. „Laut einer aktuellen Studie könnten 51 Prozent aller Warentransporte in urbanen Gebieten vom Auto auf das Lastenrad verlegt werden“, sagte Siegfried Neuberger. Einzige Bedingungen seien eine Wegstrecke unter sieben Kilometer und eine Traglast unter 200 Kilogramm.

Griffe und Schutzbleche aus Holz

Holz ist als Naturprodukt nachhaltig und effizient, zudem ist der Werkstoff wettertauglich und witterungsbeständig. Eine Marktneuheit kommt aus dem Süden Deutschlands. Das Unternehmen Velospring fertigt ergonomisch geformte Fahrradgriffe inklusive Federung aus hochwertigem Nussbaumholz. Alle Bauelemente des Griffs werden fair produziert und stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Weitere Neuheiten sind Schutzbleche, die aus einer Kombination von Echtholzfurnier und Edelstahlkomponenten gefertigt werden oder Fahrradrahmen aus Bambus.

Die größte deutsche Fahrradpublikumsmesse findet am 29. und 30. März 2014 zum vierten Mal in der Messe Berlin statt. Die sieben Hallen rund um den Funkturm sind von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Neben der Präsentation neuer Produkte sorgen Vorträge, Diskussionsforen sowie der Velo Berlin Film Award und die Ausstellung „The Good City“ für Abwechslung. Auf Testparcours können Besucher ihre Runden drehen und die Räder ausprobieren – und natürlich kaufen.

Eine Tageskarte kostet neun Euro, Schüler, Auszubildende und Studenten zahlen ermäßigt sieben Euro. Nachmittags zahlen Besucher ab 15 Uhr nur noch sechs Euro, Kinder bis 15 Jahre kommen generell gratis zur Messe. Wer nicht per Fahrrad anreisen möchte, erreicht das Messegelände per S-Bahn über die Haltestellen Messe Süd (S5, S75) und Messe Nord/ICC (S41, S42, S46), per U-Bahn mit der U 2 bis zu den Bahnhöfen Kaiserdamm oder Theodor-Heuss-Platz und mit den Buslinien 104, 139, 349, M49, X34, X49 zum Messedamm/ZOB/ICC. Mit dem Auto fährt man von der A10 (Berliner Ring) auf die A100, A111 oder A115 bis Autobahndreieck Funkturm, Abfahrt Messedamm.