Parteien

Das Rennen um die Wählergunst

Im September 2011 wählten die Berliner die große Koalition. Nun ist die Hälfte der Regierungszeit vorbei. Wer liegt im Wettlauf bisher hinten, wer vorn? Eine Zwischenbilanz

1. Der Beständige

Mario Czaja (CDU), Senator für Gesundheit

Mario Czaja ist vermutlich der Senator, der am seltensten Pfiffe des Publikums auf sich zieht. Selbst Oppositionspolitiker loben die Sachkenntnis des Gesundheits- und Sozialsenators. „Der macht einen guten Job“ heißt es häufig. Im Gesundheitsbereich ist es Czaja gelungen, Krankenkassen und Kassenärzte für ein Konzept zur gerechteren Verteilung von Arztpraxen zu gewinnen. Es gilt schon für Haus- und Kinderärzte, spätestens im kommenden Jahr sollen etliche Facharztrichtungen hinzukommen. Ein Online-Stadtplan zur Gesundheitsförderung mit mehreren Tausend Präventionsangeboten ist kürzlich ans Netz gegangen. Noch im März will Czaja Verbesserungen in der Pflege präsentieren – ein Etappensieg nach dem nächsten. Im Sozialen konnte Czaja bei der Unterbringung von Flüchtlingen punkten. Obwohl die Zahlen gewaltig anstiegen, wurden und werden alle Asylbewerber untergebracht. Czaja und sein Mitstreiter im Team, Staatssekretär Dirk Gerstle, haben im vergangenen November auch unbürokratisch Unterkünfte für 120 Flüchtlinge vom Oranienplatz besorgt. Nun müssen für diese Klientel mehr als 460 Plätze geschaffen werden. „Keine leichte Aufgabe, aber zu bewältigen“, sagt der Langstreckenläufer.