Kriminalität

Staatsschutz ermittelt nach Brandanschlag auf Auto

Hinweis auf rechtsradikalen Hintergrund: Wagen gehörte Unterstützerin des Asylbewerberheims

Der Brandanschlag auf ein Auto in der Glauchauer Straße in Hellersdorf hat möglicherweise einen rechtsradikalen Hintergrund. Der Staatsschutz ermittelt. „Noch stehen wir am Anfang der Untersuchung“, sagte ein Sprecher der Polizei der Berliner Morgenpost. Nach ersten Recherchen gibt es Hinweise auf eine Verbindung zur rechten Szene.

Die Glauchauer Straße ist weniger als 500 Meter von dem Asylbewerberheim in der Maxi-Wander-Straße entfernt. Ein Ort, um seit mehr als einem Jahr heftig gestritten wird. Auf der einen Seite stehen die Gegner des Flüchtlingsheims, hauptsächlich Anhänger der rechten Szene. Auf der anderen Seite die Asylheim-Befürworter, unter ihnen viele Anwohner. Sie vermerken im Internet, dass sie seit geraumer Zeit von Rechten beobachtet werden. Eine engagierte Helferin aus Kaulsdorf berichtet, dass sie und ihr Auto-Kennzeichen vor dem Heim fotografiert bzw. notiert wurden. Das ist auf der Nachrichtenplattform www.evangelisch.de nachzulesen.

Auch Mitglieder der evangelischen Gemeinde Hellersdorf engagieren sich, seitdem das Heim im August 2013 eröffnet wurde, für ein nachbarschaftliches Miteinander zwischen Anwohnern und Asylbewerbern. Eine friedliches Zusammenwohnen und -leben lässt jedoch immer noch auf sich warten.

Es gab bereits mehrere Anschläge, die vermutlich Anhängern der rechten Szene zuzuordnen sind. In der vergangenen Woche versuchten nach bisherigen Erkenntnissen sechs Unbekannte, in das Heim einzudringen. Zuvor hatten sie zwei Bewohner auf der Straße angegriffen und mit Flaschen beworfen. In der Silvesternacht ist die Einrichtung gezielt mit Böllern beworfen und dabei beschädigt worden. Mehrere Fensterscheiben sind zu Bruch gegangen. Verletzt wurde bei diesem Anschlag glücklicherweise niemand. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur.

Auch das Auto, das zum Wochenbeginn auf dem Parkplatz des evangelischen Gemeindezentrums Hellersdorf in Brand gesetzt worden ist, ist möglicherweise in diese Reihe der politisch motivierten Übergriffe einzuordnen. Augenzeugen berichten, dass das Fahrzeug einem engagierten Mitglied der Bürgerinitiative zur Unterstützung der Asylbewerber gehört.