Polizei

SPD-Zentrale, Amtsgericht und Firmenwagen attackiert

Staatsschutz ermittelt wegen mehrerer möglicherweise politischer Anschläge in der Nacht zu Sonnabend

Polizei und Feuerwehr mussten in der Nacht zu Sonnabend wegen mehrerer Anschläge mit Steinen und Brandsätzen ausrücken. So wurde gegen 1 Uhr in der Nacht das Willy-Brandt-Haus an der Wilhelmstraße in Kreuzberg erneut Ziel einer Attacke. Wie die Polizei mitteilte, wurde die SPD-Bundeszentrale von Unbekannten mit Steinen beworfen. Dabei sei je eine Scheibe am Eingang und an einem Büro beschädigt worden. Bereits mehrfach wurden in den vergangenen Monaten Büros der SPD in Berlin mit Steinen oder Farbbeuteln attackiert, etwa während der Wahlkampfphase und der Zeit der Koalitionsverhandlungen. Wegen des vermutlich politischen Tatmotivs ermittelt der Staatsschutz des Landeskriminalamts.

Auch in Lichtenberg hat der Staatsschutz in der Nacht einen neuen Fall bekommen. Dort brannten die Holztüren des Amtsgerichts am Roedeliusplatz, möglicherweise getroffen von einem Brandsatz. Ein Autofahrer entdeckte das Feuer gegen 2.30 Uhr und rief die Polizei. Die Beamten konnten die Flammen noch vor Eintreffen der Feuerwehr selbst löschen. Der oder die Täter entkamen unerkannt. Die Amtsgerichte Berlins stehen wie viele weitere Institutionen und Firmen als Ziele auf der sogenannten „Berliner Liste“, mit der Linksextremisten zu Anschlägen im Kampf gegen die Gentrifizierung aufrufen. Die Initiatoren der Liste werfen den Gerichten „vermieterfreundliche“ Urteile vor. Ob die Liste aber bei diesem Anschlag eine Rolle spielte, ist offen.

Auch zwei Autos wurden in der Nacht zu Sonnabend von Unbekannten angezündet. Während die Polizei beim Anschlag auf einen VW Passat in Hellersdorf nicht von einem politischen Motiv ausgeht, wird ein Fall in Gesundbrunnen vom Staatsschutz auf einen politischen Hintergrund überprüft. Dort brannte in der Wilhelm-Kuhr-Straße ein VW Caddy einer Firma für Außenwerbung, auch ein weiteres parkendes Auto wurde durch die Flammen beschädigt. In keinem der Fälle gab es Verletzte.