Garten

Annette Kuhn ist in Aufbruchstimmung – wie ihr Garten

Der Frühling kommt: Vier Morgenpost-Redakteurinnen erzählen von ihren Gärten. Am Freitag beantwortet Expertin Gabriella Pape Leser-Fragen

Die allerersten Frühlingsboten sind immer gewöhnungsbedürftig, und in diesem Jahr sind sie besonders zeitig unterwegs. Sie zwitschern mich schon gegen fünf Uhr lautstark aus dem Schlaf. In ein paar Tagen werde ich mich an sie gewöhnt haben, und dann bin ich hoffentlich auch wieder morgens wach genug, um die vielen weiteren Frühlingsboten zu erkennen, die sich im Garten zeigen. Im Vorgarten haben sich die ersten Narzissen aus dem Rasen geschoben, an den Hortensien zeigt sich zartes Grün, und die Rhododendronbüsche scheinen nur darauf zu warten, ihre vollen Knospen aufbrechen zu lassen. Aber ein bisschen Zeit werden sie sich wohl noch lassen.

Ich sollte es sicher auch so halten. Aber dann liegt plötzlich doch die Gartenschere in meiner Hand und ich schnibbel hier und schnibbel dort. Verwelktes mag ich nicht mehr sehen, das Laub aus dem vergangenen Jahr schon gar nicht. In der Luft liegt Aufbruchstimmung, ich sehne mich nach saftigem Grün, nach bunten Blumen.

Dann steh ich vor unserem Rosenbusch, deren Zweige schon wieder gewaltig in die Höhe geschossen sind. Ich drehe die Schere in meiner Hand. Soll ich oder ist es noch zu früh? Eigentlich müsste ich es doch wissen, immerhin begleitet uns der Rosenbusch bereits seit Jahren und setzt im Sommer einen wunderschönen Farbklecks. In strahlendem Pink blühen die Rosen, und das gleich wochenlang. Dabei legen sie einen betörenden Duft über den Garten. Ich freue mich schon darauf, im Gartenstuhl neben dem Strauch zu sitzen und ein Buch zu lesen. So richtig gut klappt das häufig nicht, weil mein Blick viel zu oft von den Buchstaben zur Blütenpracht schwenkt.

Wann müssen Rosen zurückgeschnitten werden und was brauchen sie außerdem jetzt, im Frühling?