Kriminalität

Drogen-Schmuggler in Moabiter Gefängnis aufgeflogen

In der Justizvollzugsanstalt Moabit ist am Wochenende eine Gruppe Schmuggler aufgeflogen, die offenbar regelmäßig Drogen und verschreibungspflichtige Medikamente ins Gefängnis geschleust haben.

Wie die Senatsjustizverwaltung am Dienstag mitteilte, hätten Staatsanwaltschaft, Polizei und die JVA monatelang das Treiben der Drogenkuriere beobachtet und Beweise gesammelt – auch mittels Telefonüberwachungen und Observationen. Am Sonnabend seien Hafträume und die Wohnung eines Beschuldigten durchsucht worden. Gegen einen weiteren Beschuldigten wurde ein Haftbefehl vollstreckt: Anil A. sitzt nun selbst in dem Gefängnis, in das er zuvor Drogen verkauft haben soll. Ermittelt wird insgesamt gegen acht Beschuldigte.

Bei Kontrollen im November seien Hinweise auf den Schmuggel aufgetaucht, hieß es. Ein Inhaftierter soll, so ergaben die Ermittlungen, über seinen Bekannten Anil A. die Ware bezogen und sie dann in der JVA verkauft haben. Der Mitarbeiter eines Unternehmens, das die JVA regulär für den Gefangeneneinkauf beliefert, habe die Ware in den Einkaufspaketen versteckt und so in das Gefängnis gebracht.

Bei der Durchsuchung am Wochenende wurden in den Zellen von vier Inhaftierten drei unerlaubte Mobiltelefone, 90 Gramm Haschisch, 13 Gramm Heroin und 17 Tabletten eines Heroinersatzstoffs gefunden. In der Wohnung von Anil A. fanden die Fahnder 27 Tabletten des Schmerzmittels Tilidin, eine Schusswaffe, Munition sowie 138.000 Euro. Zu den Beschuldigten sollen Mitglieder zweier polizeibekannter arabischer Großfamilien aus Berlin gehören.