Projekt

Jugendliche boxen und musizieren mit Arthur Abraham

Lichtburg-Stiftung kooperiert mit Promoter Sauerland

Es war Liebe auf den ersten Blick zwischen dem Boxveranstalter Sauerland Event und der Lichtburg-Stiftung. So erzählte es der Vorsitzende der Stiftung, Michael Wolffsohn. Am Dienstag stellte er das neue, gemeinsamen Projekt „Boxen integriert“ in der Gartenstadt Atlantic in Gesundbrunnen vor. „Wir haben wechselseitig voneinander gelernt und erkannt, dass jede Seite etwas zu bieten hat. Und dass wir uns ergänzen.“

Die beiden Partner haben vereinbart, dass Jugendliche aus Wedding bei den Sauerland-Profis im Boxen unterrichtet werden und diese Erfahrungen anschließend künstlerisch auswerten, in den Lernwerkstätten der Lichtburg-Stiftung. Durch den Sport sollen die Schüler spielerisch an Regeln herangeführt werden. „Das ist ein zentrales gesellschaftliches Anliegen“, sagte Wolffsohn. Boxen hat Soziologen zufolge eine zivilisierende Funktion. Als Testphase ist ein Jahr geplant. „Wir sind guter Dinge, dass das gut laufen wird. Wir wollen es fortsetzen.“ Das Projekt startet nach den Osterferien. Die Details werden noch geplant. Fest steht: 15 Jugendliche aus Schulen, die mit der Stiftung kooperieren, werden von Trainern des Unternehmens Sauerland im Boxen unterwiesen, darunter auch von Ulli Wegner. Mehrmals im Monat sollen sie auf dem Gelände am Olympiastadion trainieren. Die Firma stellt das Trainingsdress und den Fahrdienst. Die 14- bis 16-jährigen Mädchen und Jungen werden ihre Trainingserfahrungen künstlerisch umsetzen, mit Zeichnungen, Fotos und Videos, mit Arbeiten in Ton und mit Musikinstrumenten. Das wird in den Lernwerkstätten der Lichtburg-Stiftung geschehen, die seit 13 Jahren existieren.

„Für uns ist das eine tolle Gelegenheit, den Sport mit der Kultur zusammenzuführen“, sagte Wilfried Sauerland. Seine Trainer und Sportler sollen auch in die Lernwerkstätten der Lichtburg-Stiftung kommen und sich beteiligen. „Ich finde, dass das eine sehr gute Zusammenarbeit werden kann.“ Boxen sei nicht nur Schlägerei, so Sauerland. „Boxen ist viel, viel mehr.“ Es sei auch Stärkung des Charakters und der Leistungsbereitschaft. Das Projekt mit der Lichtburg-Stiftung könne in den nächsten Jahren ausgebaut werden. Frederick Ness, Geschäftsführer von Sauerland Event, sagte zur Motivaton: „Unseren Trainern und Sportlern geht es relativ gut. Sie wollen etwas von dem zurückgeben, was sie bekommen haben. Das ganze Team macht mit.“ Auch Weltmeister Arthur Abraham. Es sei ihm eine Ehre, sagte der Profisportler. „Ich stamme aus Armenien und musste hart kämpfen, bis ich anerkannt wurde.“ Eine bildende Künstlerin wird das Vorhaben in der Gartenstadt betreuen. Sie hat Erfahrungen im Kampfsport. Ulrike Markert, die die Lernwerkstatt Kunst/Museum leitet, betreibt Kickboxen und Schwert Tai Chi.