25 Jahre Mauerfall

Kommunisten verlassen Partei

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt

Die unter Parteichef Michael Gorbatschow eröffnete Vergangenheitsbewältigung in der KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) hat offenbar den Austritt von nicht wenigen Mitgliedern zur Folge, für die nach der Entglorifizierung einstiger Größen eine Welt zusammenbricht. Ohne Zahlen zu nennen, berichtete das Parteiorgan „Prawda“ am 4. März 1989, KP-Mitglieder verließen die Partei, weil sie sich schämten, mit Josef Stalin und Leonid Breschnew in Zusammenhang gebracht zu werden. Viele der älteren Parteimitglieder sind laut Prawda durch die Veröffentlichungen über den millionenfachen Massenmord während der Ära Stalin sowie über die Korruption und Vetternwirtschaft unter Breschnew schockiert. Das Parteiorgan kommt zu der Auffassung, dass sich echte Kommunisten der Wahrheit stellen müssten, so schmerzlich diese auch sei.