Müllentsorgung

Koalition will Tonnen für Altglas erhalten

Senat soll Abzug aus Mietshäusern stoppen

Die Koalitionsparteien von SPD und CDU wollen die Mülltonnen für Altglas erhalten. In den Bezirken im Südosten der Stadt, in denen sie abgebaut wurden, sollen sie wieder aufgestellt werden. Damit bleibt das bewährte System der wohnortnahen Altglas-Sammlung erhalten. „Ich bin zuversichtlich, dass wir auch die Oppositionsparteien dafür gewinnen können“, sagte der SPD-Umweltexperte Daniel Buchholz. Am Wochenende hatten sich Umweltexperten der beiden Parteien zu einer Klausurtagung getroffen.

Ende vergangenen Jahres hatte das Duale System in den Bezirken Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf die wohnortnahen Behälter eingezogen. Sie sollten durch große Container im Straßenland ersetzt werden. Das hatte zu erheblichen Problemen bei der Altglas-Sammlung geführt. In den Bezirken Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf sollte die Umstellung auf eine dezentrale Sammlung in diesem Jahr erfolgen. „Für die in den Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick seit November 2013 abgezogenen Altglastonnen ist kurzfristig die Wiederaufstellung zu erreichen“, sagte Buchholz, der den Antrag für das Abgeordnetenhaus formuliert hat. „In allen anderen Berliner Bezirken ist sicher zu stellen, dass der vorhandene Ausbaugrad der haushaltsnahen Altglassammlung mindestens erhalten bleibt.“ Die vom Dualen System eingeleitete Umstellung auf weniger Altglas-Iglus im Straßenland sei „nicht zu tolerieren“, sind sich SPD und CDU einig.

In den vergangenen Monaten war ein Streit zwischen Dualem System, dem Land Berlin und Altglas-Recyclern entstanden. Einige Deponien weigerten sich, das Berliner Altglas zu recyceln, weil die Qualität zu schlecht sei. Das Duale System machte dafür die Berliner Hof-Tonnen verantwortlich. Anders als bei den Iglus, wird in den Berliner Höfen nur zwischen Weiß- und Buntglas unterschieden. In den Iglus wird das Glas dagegen nach drei Farben getrennt (weiß, grün, braun). Eine Anhörung im Abgeordnetenhaus hatte jedoch ergeben, dass für die schlechte Qualität des Berliner Altglases nicht die Berliner verantwortlich sind, sondern das der Transport und das mehrfache Umladen zu einer Beeinträchtigung der Qualität führt.

SPD und CDU haben deshalb darüber hinaus beschlossen, das Duale System zu einer Verbesserung der Altglas-Qualität zu drängen und da, wo es noch nicht geschehen ist, vertraglich daran zu binden. Dazu fordert das Abgeordnetenhaus vom Senat eine erste Zwischenbilanz bis zum 1. April dieses Jahres.