Gesundheit

Charité hat eine neue Anlaufstelle für Opfer von Gewalt

Wer Opfer von Gewalt geworden ist und Hilfe benötigt, dies jedoch nicht bei der Polizei anzeigen möchte, bekommt seit Kurzem Hilfe in der Charité.

Die neue Gewaltschutzambulanz soll eine Anlaufstelle für Betroffene sein, um Verletzungen rechtsmedizinisch untersuchen und gerichtsfest dokumentieren zu lassen – ohne dass in jedem Fall die Polizei eingeschaltet werden muss. Die derzeit dem Institut für Rechtsmedizin der Charité angegliederte Gewaltschutzambulanz ist damit die erste ihrer Art in Berlin. Durch die Anbindung und Kooperation mit den Berliner Netzwerken gegen Gewalt können Betroffene und ihre Familien an verschiedene Partner-Einrichtungen wie LARA, Weißer Ring oder Kindernotdienst Berlin weitervermittelt werden und bekommen dort konkrete Hilfsangebote. Finanziert wird die Gewaltschutzambulanz unter anderem durch die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz.

Versorgt werden Opfer häuslicher Gewalt, von Gewaltdelikten sowie misshandelte Kinder. Wichtig ist, dass Verletzungen zunächst von einem Arzt oder einer Rettungsstelle behandelt werden, da in der Gewaltschutzambulanz keine medizinische Wundversorgung stattfindet. Hilfesuchende müssen ein gültiges Ausweisdokument, bereits erstellte ärztliche Befunde und – falls vorhanden – ein polizeiliches Aktenzeichen mitbringen. Das Personal der Gewaltschutzambulanz unterliegt der Schweigepflicht, auch gegenüber der Polizei, der Staatsanwaltschaft und den Gerichten. Die Betreiber empfehlen, einen Termin zu vereinbaren, die Untersuchung ist kostenlos. Die Telefon-Sprechstunde (450 570 270) ist wochentags von 8.30–15 Uhr erreichbar. Die Untersuchungen finden vorläufig in der Außenstelle der Charité an der Moabiter Birkenstraße 62 statt – Montag, Mittwoch und Freitag, 8–12 Uhr, sowie Dienstag und Donnerstag, 12–16 Uhr.

( rai )