Gesundheit

Krebs-Experten geben Antworten

| Lesedauer: 5 Minuten
Florentine Anders

Auf dem Aktionstag am heutigen Sonnabend informieren Wissenschaftler über neue Studien

Deutschlandweit sind nach Angaben der deutschen Krebsgesellschaft etwa 500.000 Menschen von der Diagnose Krebs betroffen. Jedes Jahr erkranken in Berlin etwa 17.000 Menschen neu an Krebs. Für die Erkrankten und für deren Angehörige und Freunde ist die Diagnose ein Schock. Viele Fragen zur Krankheit, zu unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten und ihren Nebenwirkungen und zum Umgang mit der Krankheit im Alltag stellen sich.

Der Krebsaktionstag ist das größte Forum, in dem Betroffene mit Experten und anderen Menschen in ähnlichen Situationen ins Gespräch kommen können. Der Publikumstag findet unmittelbar im Anschluss an den Deutschen Krebskongress statt, auf dem Wissenschaftler neue Studien und Forschungsergebnisse vorstellen. So stellten beispielsweise am Freitag in Berlin Forscher der Deutschen Sporthochschule Köln und der Uniklinik Köln eine aufsehenerregende Studie vor, nach der intensiver Sport die Krebstherapie unterstützen und die Patienten besser gegen einen möglichen Rückfall rüsten kann.

Viele Wissenschaftler, die auf dem Kongress sprechen, stellen sich auf dem Aktionstag noch einmal in Vorträgen und Diskussionsrunden den Fragen der Betroffenen. Es gibt auch die Möglichkeit, persönlich mit den Forschern ins Gespräch zu kommen. Allerdings sei es nicht möglich individuelle Erkrankungen der Patienten zu besprechen, sagt Maren Müller, Sprecherin der Berliner Krebsgesellschaft. Zudem präsentieren sich zahlreiche Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen mit Informations- und Beratungsständen.

Wann findet der Krebsaktionstag statt?

Im Rahmen des Deutschen Krebskongresses wird am Sonnabend von 10 bis 17 Uhr in den Hallen auf dem Messegelände Süd Eingang Jafféstraße zum sechsten Mal ein öffentlicher Publikumstag veranstaltet.

Wer kann teilnehmen?

Der Tag ist vor allem der Patienteninformation gewidmet. Jeder, der selbst von einer Krebsdiagnose betroffen ist oder der Freunde oder Angehörige hat, die an Krebs erkrankt sind, kann sich hier in Vorträgen, Gesprächen und Workshops informieren. Der Aktionstag ist das größte offene Forum zum Thema Krebs. Zu den vergangenen Krebsaktionstagen sind mehr als 3500 Besucher gekommen. Jeder Interessierte ist eingeladen, der Eintritt ist kostenlos.

Was passiert auf dem Aktionstag?

Es gibt ein umfassendes Programm mit 30 Vorträgen, in dem Ärzte Einblicke in neueste Entwicklungen in der Tumormedizin geben. Nach den Vorträgen gibt es immer auch Gelegenheit, an Diskussionsrunden teilzunehmen. Darüber hinaus stellen sich die Krebsgesellschaften auf Landes- und Bundesebene mit ihren Beratungsangeboten vor. Auch Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen sind mit Informationsständen vor Ort. Besonders interessant für Menschen mit seltenen Erkrankungen dürfte es sein, hier die Möglichkeit zu haben, Vertreter von Selbsthilfegruppen zu treffen, die sich gewöhnlich in weit entfernten Städten treffen.

Worüber genau wird auf dem Aktionstag informiert?

Zunächst gibt es Vorträge mit allgemeinen Informationen zum Thema Krebs. Zum Auftakt um 10 Uhr wird der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Professor Ottmar Wiestler, die Frage stellen: Was ist Krebs überhaupt und wie kommt es, dass gesunde Zellen entarten? Weitere Schwerpunkte sind Krebstherapien und ihre Nebenwirkungen, personalisierte Krebstherapie, erblicher Brust- und Eierstockkrebs, neueste Behandlungsmöglichkeiten bei Leukämie und Lymphomen, Hirntumoren, Darmkrebs, Magenkrebs oder Prostatakrebs.

Welche Angebote gibt es für Angehörige?

Am Nachmittag von 14 bis 17 Uhr informiert die Krebsgesellschaft über das Gruppenprogramm für Partner. Psychoonkologen stellen ihre Angebote vor, darunter das Projekt „Hilfen für Kinder krebskranker Eltern“. Interessant für Angehörige und Erkrankte ist auch der Workshop zum Thema Ernährung und was man sonst an ergänzenden Therapien zu Hause tun kann, sei es zur Tumorabwehr oder zur Schmerzlinderung. Die Teilnehmer stellen zunächst ihre Fragen, die dann gebündelt von den Experten beantwortet werden. Der Aktionstag ist zudem ein geeigneter Ort, um sich mit Menschen in ähnlichen Situationen auszutauschen. Im Anschluss an die Vorträge gibt es immer die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Wer sind die Ausrichter des Aktionstages?

Das Forum wird gemeinsam von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Berliner Krebsgesellschaft e.V. veranstaltet. Zum ersten Mal ist auch die Deutsche Krebshilfe beteiligt. Die Organisationen fördern Forschungsprojekte und bieten gleichzeitig Anlaufstellen für die Beratung von Patienten.

Wie kann ich mich anmelden?

Eine Anmeldung ist nicht nötig. Jeder Interessierte ist eingeladen.

Wo erhalte ich Informationen zum Programm?

Weitere Informationen zum Thema Krebs und zum Aktionstag des Krebskongresses an der Masurenallee in Charlottenburg gibt es telefonisch bei der Berliner Krebsgesellschaft, Robert-Koch-Platz 7, unter der Telefonnummer 283 24 00. Im Internet kann man das Programm unter: www.krebsaktionstag.de abrufen. Im Eingangsfoyer des Messegeländes erhalten die Besucher einen Flyer mit dem gesamten Vortragsprogramm.