Kriminalität

Freundin angezündet: Mordanklage gegen 52-Jährigen erhoben

Krankhafte Eifersucht und ein völlig übersteigertes Ehrgefühl haben einen 52-Jährigen zum Mörder werden lassen, davon geht zumindest die Berliner Staatsanwaltschaft aus.

Die Behörde hat gegen den Mann Anklage wegen Mordes erhoben, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Das Opfer starb qualvoll. Vom Täter mit Benzin übergossen und angezündet, verbrannte die 45-Jährige bei lebendigem Leibe.

Die Tat Anfang Oktober 2013 in einem Wohnhaus an der Haubachstraße in Charlottenburg markierte das brutale Ende einer Beziehung, in der es schon lange kriselte. Jorge Q., in München lebender Computerfachmann, und Ulla N., Lehrerin an einer Berliner Waldorfschule, hatten sich 2004 kennengelernt und führten knapp acht Jahre lang eine klassische Wochenendbeziehung. Von der krankhaften Eifersucht ihres Lebensgefährten ahnte die Lehrerin lange Zeit nichts. Erst spät bemerkte die Berlinerin, dass Jorge Q. sie ständig kontrollierte, dabei unter anderem ihr Handy und ihren Computer überwachte. Die Beziehung geriet in eine schwere Krise.

Im Dezember 2012 trennte sich Ulla N. schließlich von ihrem Freund. Den Wohnungsschlüssel nahm sie ihm allerdings nicht ab. Das kostete sie schließlich das Leben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft schlich sich Jorge P. in der Nacht zum 4. Oktober vergangenen Jahres in die Wohnung seiner Exfreundin, übergoss die Schlafende mit Brennspiritus und zündete sie an. Ulla P. schaffte es trotz der Flammen noch bis ins Treppenhaus, dort brach sie zusammen. Ein Nachbar löschte die Flammen, die 45-Jährige erlag dennoch kurz darauf ihren schweren Brandverletzungen.

Nicht die erste Tat

Jorge Q. wurde festgenommen und legte ein Geständnis ab. Es soll nicht die erste Tat dieser Art gewesen sein. Den Ermittlungen zufolge übergoss er schon 2000 seine damalige Freundin mit Benzin und drohte, sie anzuzünden. Das unterließ er dann, aber er soll die Frau vergewaltigt haben. Das Opfer zeigte ihn nur wegen Körperverletzung an, deshalb blieb die erste Tat für Q. weitgehend folgenlos. Diesmal droht ihm im Falle einer Verurteilung lebenslänglich.